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Student strikes are useless without “permanent revolution”

   | Jan Henning Rogge. Wider Erwarten finden einige recht durchdachte und sinnvolle Aktionen, wie die Besetzung des Büros von Wissenschaftssenator Thomas Flierl oder die Besetzung der PDS-Parteizentrale statt. Flugblätter gibt es an jedem Verkehrsknotenpunkt und die protestierenden Studenten sind im Stadtbild präsent, am 1.12. ganze zehntausend. Doch worum geht es eigentlich?
   Die Verweser des Pleitestandortes Berlin haben entschieden, nun auch geistig pleite zu machen: Die Universitäten sollen kleingespart werden, alleine an der Humboldt-Universität sollen 90 Professuren wegfallen, hauptsächlich in sogenannten „Orchideenfächern“ wie Japanologie, Bibliothekswissenschaften und Romanistik. Die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät soll gar ganz gestrichen werden. An den anderen Berliner Universitäten sieht es nicht anders aus. Mit von der Sparwahnpartie sind auch die Universitätspräsidenten. Statt sich gegen jede Form der Universitätsverstümmelung zu wehren, überlegen Sie munter, von welcher Fakultät der geringste Wiederstand zu erwarten ist.
   Studentenstreiks sind allerdings so eine Sache: Wenn Weihnachten Muttis Gänsebraten ruft, die Uni verlassen ist, wenn das Christkind die Konten gefüllt hat und der Silvesterrausch ausgeschlafen ist, wird man feststellen müssen, daß sich nur Wenige an Ihre vorweihnachtliche Aktivität auf den Straßen Berlins erinnern. Um diesen Streik wenigstens kein peinlich-heimliches Ende erleiden zu lassen, ist zu wünschen, daß er diesmal rechtzeitig beendet wird und nicht den Kältetod wie 1997/98 erleidet. Es ist nötig, sich darüber hinaus zu wehren, die Öffentlichkeit zu informieren und auch nach einem Streik dem Pseudolinken Senat zu zeigen, daß es Widerstand gegen eine umnachtete Politik gibt. Ein zu lange andauernder Streik jedoch zermürbt auch seine stärksten Befürworter und verbraucht Kräfte, die besser dazu genutzt würden, sich als mündiger Student gegen den mannigfaltigen Schwachsinn zu wehren. Lieber Klaus, ich bin ein Student — und das ist auch gut so.