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JUNGE KARRIERE The sad truth about the sad truth to read about in a career magazine | artimon. Die Junge Karriere kommt als monatliche BRAVO für Studenten des Handelsblattes daher, randvoll mit Informationen für den erfolgserigierten Managementnachwuchs. Seit nun schon zehn Jahren beantwortet das Magazin unaufgefordert Fragen nach dem Muster Verdiene ich genug? und Wo bitte gehts nach oben? Wichtig finden sollen dies vor allem BWL- und andere Studenten, die sich als Lebensziel eine Ledercouch und Marmorfußboden gesteckt haben. Dabei purzelt die menschliche Komponente keineswegs durchs Raster: Wochenendbeziehungen unter Young Professionals. Was tun, wenn Sie am Freitagabend noch eifrig in München konzipiert, obwohl Er in Hamburg schon den Rotweinkorken zieht? Irgendwo findet sich sicher noch eine ungelöste Fallstudie... Was die Junge Karriere derzeit so lesenswert macht, ist ihr kollektives Klageschluchzen während der Rezession. Plötzlich landen neben dem üblichen Erwerbstätigenpack auch fünfsprachige Doppeldiplomanden auf der Straße und JK schlägt jaulend die Hände vors Gesicht wie eine irakische Mutter nach dem Raketeneinschlag im Kinderzimmer. Für die Dauer der Arbeitslosigkeit bietet sich laut Magazin zwar immer noch ein MBA an, eine Studenten- beschaffungsmaßnahme für Privatuniversitäten, die als Trampolin für die Karriereleiter vermarktet wird. Aber als Versager steht man trotzdem da. Spätestens dann rächt sich, dass Problemstellungen wie Was kann man mit Geld nicht kaufen? oder Wie benutze ich einen S-Bahn-Fahrschein? leider außerhalb der JK-Berichterstattung liegen. Macht ja nichts. Denn Junge Karriere bietet nur die Gleitcreme in die Chefetage. Womit sich der Leser beim eigentlichen Akt infiziert, bleibt ihm selbst überlassen. Denn danach gehört er garantiert nicht mehr zur Zielgruppe. |