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EUROPEAN SHORT NEWS




MILESTONE (GERMANY)
Die Universität Karlsruhe hat mit 200 Millionen Euro eine neuen Meilenstein der privaten Stiftungsgeschichte in Deutschland erreicht. Diese bislang höchste private Zuwendung, die vom Mitbegründer des Softwareriesen SAP getätigt wurde, stellt vergangene Stiftungen wie die der Frankfurter Uni mit 87 Millionen Euro in den Schatten. Mit der neuen Höchstmarke setzt sich die Amerikanisierung der Bildungslandschaft fort hin zu privat teilfinanzierten Stiftungsuniversitäten, in der sich der Staat bis auf Mitbestimmungsrechte weitgehend aus dem Bereich zurückzieht. Während diese Entwicklung in Deutschland gerade erst begonnen hat, sind die hiesigen Zahlen niedrig, verglichen mit dem Stiftungskapital Harvards oder Yales, das sich in zweistelligen Milliardenbereichen bewegt. (hc)



EXZELLENZ-KONKURRENZ (ITALY)
Elf der 77 italienischen Rektoren stellen erstmals den Hochschul-Exzellenzdiskurs öffentlich zur Debatte. Sie fordern von der kommenden Regierung eine in Zukunft leistungsorientierte Finanzierung für alle staatlichen Universitäten, die mit ihrer hohen Eigenfinanzierungsrate, mit ihren überdurchschnittlichen Forschungsleistungen und Absolventen- und Doktorandenzahlen internationale Qualitätsstandards erfüllen. Am 15. März haben diese Rektoren sich getroffen, um die Verein AQUIS zu gründen, eine Initiative, auf die die bewußt brüskierte Hochschulrektorenkonferenz (CRUI) mit eiligen Verlautbarungen reagierte. (vb)



PROTESTS AGAINST REFORMS (SPAIN)
Almeno 5000 studenti universitari spagnoli hanno manifestato giovedì 6 marzo contro le nuove forme didattiche introdotte dal processo di Bologna, che toglieranno tempo agli studenti lavoratori e che daranno maggiore importanza a costosi master. All’Università Autonoma sono dovute intervenire le squadre anti-sommossa per sgomberare gli studenti occupanti, nelle Facoltà di Geografia e Storia sono state interrotte le elezioni per tutta la settimana. Anche a Siviglia 400 alunni hanno passato la notte barricati dentro l’università. (mv)



ITALIAN PARADOX (ITALY)
Dal prossimo anno accademico le università italiane sono chiamate ad attuare la riforma dei corsi di studio, ma mancano i soldi. La maggior parte degli Atenei chiuderà il bilancio consuntivo in rosso, sforando il tetto del 90% del Fondo del finanziamento universitario per le spese del personale, nonostante siano stati tagliati investimenti edilizi e finanziamenti per la ricerca. Secondo il presidente della CRUI, Guido Trombetti, sarebbero necessario almeno 1 mld di euro per rimettere in sesto l’intero sistema, “da anni sottofinanziato”. (mv)



ERASMUS? SCARCELY. (ITALY)
La rivista Studenti Magazine, in collaborazione con Erasmus Student Network Italia, ha presentato i risultati di un sondaggio sulla capacità d’accoglienza italiana nei confronti degli studenti stranieri. I problemi maggiori sono stati da un lato la cattiva amministrazione, lo stato delle infrastrutture, i servizi web inefficenti, dall’altro la difficoltà a trovare un alloggio economico ed in buone condizioni, nonché il costo della vita; il 71% degli intervistati dichiara che la propria università è organizzata meglio. Ciò nonostante, il 60,2% degli intervistati, se potesse tornare indietro, sceglierebbe nuovamente l’Italia. (mv)





FACILITATION FOR SCIENTISTS (ITALY)
Eine Gesetzesnovelle in Italien erleichtert ausländischen Forschern und studentischen Mitarbeitern die Einreise und den Erhalt eines Visums. Während in der Vergangenheit lediglich einer verschwindend geringen Quote von Nicht-Europäern die zeitweilige Einreise ins Land erlaubt wurde, ermöglicht nun eine Reform der Bossi-Fini-Gesetze die Umsetzung der EU Richtlinie zur Schaffung eines europäischen Forschungsraumes. Der Gesetzesvorlage der Regierung Prodi zufolge erhalten Forscher und studentische Mitarbeiter internationaler Forschungseinrichtungen fortan einen Sonderstatus und können problemlos ein entsprechendes Visum erhalten. (r)



INTRANSPARANCY (EU)
Der amtierende EU-Kommissar für Bildung, Ján Figel, zeigt sich besorgt um die finanzielle Transparenz im europäischen Hochschulwesen. Die Haushalte der Universitäten seien derzeit nicht durchschaubar genug, sagte er Anfang Februar in einer Pressekonferenz. Er forderte die Rektoren und Präsidialämter auf, die vollständigen Kosten ihrer Aktivitäten darzulegen, damit die Verwendung öffentlicher und privater Gelder nachvollziehbar würde. Eine Frist setzte er den europäischen Hochschulen jedoch nicht. (r)



MINIMUM WAGE (FRANCE)
In Frankreich soll ein neues Gesetz eine Mindestvergütung von Praktika garantieren. Eine entsprechende Vorlage präsentierte Xavier Bertrand, Minister für Arbeit, soziale Beziehungen und Solidarität, Ende Januar in Paris. Doch die geplante Höhe des Entgelts — rund 30 Prozent des französischen Mindestlohns — erregt bereits jetzt die Gemüter der Studierenden und jungen Akademiker. Nach den landesweiten Protesten gegen die Verlängerung der Probezeit junger Arbeitsuchender im vergangenen Jahr, hat der Studierendendachverband UNEF nun mit der Planung von Aktionen begonnen. (r)



ANTI-NEOLIBERAL ISLANDS (UK)
Britische Hochschullehrer wehren sich gegen die aktuellen Pläne der englischen Regierung, die Gestaltung von Studiengängen und Abschlüssen stärker an den Bedürfnissen der Wirtschaft zu orientieren. Anfang Februar wurden die ersten Proteste laut, den Hochschulbetrieb nicht nur finanziell, sondern auch inhaltlich den Interessen der Wirtschaft zu unterstellen. Stiftungsprofessuren, die senior lecturers, dürften, so die Sprecherin der nationalen Lehrbeauftragtenvereinigung in einer Pressemitteilung nicht ausschließlich eigenen Zwecken dienen, sondern sollten eine objektive Bildung garantieren. Für das späte Frühjahr 2008 sind nun weitere Proteste und Boykotts geplant. (r)



BERLIN IS NOT BOLOGNA (GERMANY)
Der 107. HRK-Senat debattierte Ende Februar die Folgen und Entwicklungen der Studienreform in Deutschland. Neben den Resultaten der Föderalismusreform standen vor allem die Ergebnisse der Reformen im Zuge des Bologna-Prozesses im Mittelpunkt. Zwar konnte kein einheitliches Ergebnis erzielt werden, für die beteiligten Rektoren ist jedoch klar: Die deutsche Politik darf die Bologna-Reform nicht länger links liegen lassen. Die deutschen Hochschulen steuerten die Reformen notwendigerweise zu sehr in Eigenverantwortung. Daraus folgt vielerorts Verwirrung über Prüfungsordnungen, Rahmenbedingungen und eine Art „Probieren geht über Studieren“-Mentalität. Die Zerklüftung der deutschen Hochschullandschaft sei den Bemühungen des Bologna-Prozesses gegenläufig und müsse durch eine stärkere Bundespolitik verhindert werden, so das Abschlußcommuniqué. (r)





NEW QUALITY SURVEY (GERMANY)
Der „Studienqualitätsmonitor 2007“ der Hochschul-Informations-System GmbH in Zusammenarbeit mit der Universität Konstanz ist im Februar erschienen. Befragt wurden erstmals knapp 22.000 Studierende an 150 deutschen Hochschulen zu den aktuellen Studienbedingungen und den Veränderungen im Zuge der Umstellung auf BA/MA sowie der Einführung von Studiengebühren. Die Ergebnisse des Reports sollen durch jährliche Erfassungsläufe zu einem repräsentativen chronologisch strukturierten Spiegel der deutschen Studierenden reifen. (r)



NO FASCIST PROFESSORS (FRANCE)
Der ehemalige Vorsitzende der rechtsextremen Studentenorganisation Groupe union défense (GUD) ist im Lehrkörper der Universität von Poitiers nicht erwünscht. Studierende, Professoren, Lokalpolitiker und sogar das Präsidium sammelten in den vergangenen Wochen über 250 Unterschriften, um die Berufung von Benoît Fleury als Dozent der Rechtsgeschichte im letzten Moment zu verhindern. Die Berufung von Professoren obliegt in Frankreich immer noch einem Gremium um den Ministerpräsidenten. Von dem erhoffen sich die Studierenden und Lehrenden nun Verständnis und ein klares Zeichen. (r)



HOMELESS STUDENTS (FRANCE)
Der französische Dachverband der Studierenden UNEF hat den schlechten Miet- und Wohnverhältnissen im Land den Kampf angesagt. Derzeit stehen nach Angaben des Pressereferenten den rund 2.2 Millionen Studierenden nur 156.000 Zimmer und lukrative Wohnungen zu Verfügung. In der Unimetropole Paris sind es nur 3500 auf 156.000 Studenten. Nicht wenige der studentischen SDFs (Sans Domicile Fixe) schlafen in ihren Autos auf Campusparkplätzen oder auf ihrer Arbeitsstätte. Mit Plakatkampagnen wird derzeit auf den Mißstand aufmerksam gemacht. (r)



250 GRAND (GERMANY)
Das ASten auch nicht immer die besten Interessenvertretungen der Studierenden sind, hat sich am Beispiel RCDS an der TU Berlin bereits im vergangenen Jahr gezeigt. Während seinerzeit ohne Abstimmung hinterrücks die studentische Druckerei geschlossen und verkauft wurde, kämpft nun der frisch gewählte Bochumer AStA mit einem Kassenloch von rund 250 Tausend Euro. Eine direkte Folge der verfehlten Finanzpolitik des Vorjahres-AStA, die es nun zu beseitigen gilt. Mit Projekten wie der „Mensa-Party“ hatte man sich wohl zu weit aus dem Fenster gelehnt. Für die Veranstaltung im Dezember wurden nach Berichten des DeutschlandRadios Bands wie Juli, Culcha Candela und 2 Raumwohnung verpflichtet. Wie man die Schulden nun tilgen will, muß erst noch entschieden werden. (r)



CONSTANTLY HIGH DROPOUT (UK)
Die staatliche 800 Millionen Pfund Spritze zur Senkung der Abbrecherquote an englischen Hochschulen ist gescheitert. Das konstatierte ein Ende Februar veröffentlichter Report des public accounts committee (PAC). Der Untersuchung zufolge liegt der Anteil der Studienabbrecher weiterhin konstant bei 22 Prozent. Betroffen sind vor allem ärmere, ältere und behinderte sowie Studierende mit Kindern. (r)