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auf Deutsch

UNDER ATTACK


French students all across the country protest against Sarkozy’s plans for university reforms





   | Hugh Cleary (OXFORD). The first week of November has seen demonstrations and blockades of university buildings in student towns all over the country, the largest being in Paris, where one thousand students gathered on Thursday the 8th in the Place de la Bastille. Students are protesting against the new law on the “autonomy of universities”, enacted by the governement of Sarkozy August 10th, which transfers power and financial control from centralised government to the presidents of individual universities, opening the door, the demonstrators allege, to increased involvement of private business in higher education. Other potential consequences could be increased selection and possibly, in the future, tuition fees.
   UNEF, the main union for French students, participated in the initial negotiations on the reforms but has only now called for protests against them, pointing out that they were passed during the university summer holidays, meaning that students were unable to have their say at the time. More radical student groups have countered that UNEF should never have taken part in the process, and has still not gone far enough in calling on students to protest.
   The current spate of activity reflects students’ general anxiety about increasing threats to their rights and opportunities. Jean-Baptiste Prévost, vice-president of UNEF, labels the reforms “bad and dangerous”, but also insists that they are not the only grievance of students, who have seen their financial situation worsen for the fifth year in a row, without receiving any additional support from the government. This particular law can therefore be seen as just the latest in a series of attacks on the independence and equality of higher education, which are taking place across Europe.
   The author of the law, Valérie Pécresse, and university presidents (who stand to gain the most from it) have dismissed the protests as being stirred up by a minority of extreme left-wing activists, and have called on more moderate students to make their voices heard. Even if this happens, one suspects that the protests are far from over.





in English


UNTER BESCHUSS

Sarkozys neues Gesetz und seine Universitätsreformen erregen heftige Proteste von Studenten in dem ganzen Land


   | Hugh Cleary (OXFORD). In der ersten Woche im November fanden Demonstrationen und Blockaden von Universitätsgebäuden in studentischen Städten überall in Frankreich statt. Die größte Demonstration war in Paris, wo sich mehr als tausend Studenten in der Place de la Bastille versammelt haben. Die Studenten protestieren gegen das Gesetz über die „Autonomie der Universitäten“, das Macht und finanzielle Kontrolle von der zentralisierten Regierung zu den Präsidenten von einzelnen Universitäten übertragen sollte. Den Demonstranten nach, würden die Maßnahmen privaten Firmen erlauben, sich in eine Universität einzumischen. Zu den anderen möglichen Folgen zählen sowohl strengere Auswahlkriterien für bestimmte Kurse, als auch zukünftige Studiengebühren.
   UNEF, die wichtigste französische Studentengewerkschaft, hat am Anfang an den Verhandlungen über das Gesetz teilgenommen, und hat erst diese Woche Proteste dagegen gefordert. Die Organisation erklärte, das Gesetz sei während der Sommerferien verabschiedet worden, so daß Studenten keine Gelegenheit gehabt hätten, ihre Meinungen dazu zu äußern. Mehrere radikalere Studentengruppen haben darauf geantwortet, daß die UNEF an dem Verfahren niemals hätte teilnehmen sollen und zwar dass die Demonstrationen immer noch nicht deutlich genug befürworte.
   Die aktuellen Ereignisse spiegeln die allgemeine Unzufriedenheit französischer Studenten wieder, die ihre Rechte und Möglichkeiten als zunehmend bedroht sehen. Jean-Baptiste Prévost, Vizepräsident von UNEF, nennt die Reformen „schlecht und gefährlich“, unterstreicht aber auch, daß sie nicht die einzige Beschwerde der Studenten sind, deren finanzielle Lage sich fünf Jahre in Folge verschlechtert hat, ohne daß die Regierung ihnen zusätzliche Hilfe anbietet. Dieses Gesetz könne man ihm zufolge also nur als den letzten in einer Reihe von Angriffen auf die Unabhängigkeit der Hochschulen ansehen, wie sie überall in Europa stattfinden.
   Die Autorin des Gesetzes, Valérie Pécresse, wie auch die Präsidenten der Universitäten — die am meisten von dem Gesetz profitieren — wiesen die Demonstrationen als von einer linksextremistischen Minderheit manipuliert zurück und forderten die gemäßigten Studenten auf, ihren Einfluß auszuüben. Daß die Proteste im Falle, daß diese Spalterei Erfolg haben sollte, abklingen, ist allerdings mehr als unwahrscheinlich.

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