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BEZAHLT WIRD NICHT


After boycotting tuition fees most students were expelled from the Arts Academy of Hamburg — but the fight continues



Hochburg des Widerstands


   | Elena Gußmann (BERLIN, EforS). Studenten der Kunsthochschule Hamburg weigern sich Studiengebühren zu zahlen. Über die Hälfte der Studenten boykottiert — und wurden deshalb exmatrikuliert. Die HfbK ist damit die einzige Hochschule, die erfolgreich boykottiert hatte. Mit 296 Beteiligten haben sie ihr Quorum mehr als erreicht.
   Jetzt scheint die Exmatrikulation beschlossene Sache. Unglaubliche 80% der Studenten wurden der Hochschule verwiesen. Ein Aus für die Hochschule, ein schlechtes Image für Hamburg als selbsternannte „Stadt der Talente“ und ganz bestimmt Wahlkampfthema. Ziemlich unvernünftig also, die Boykottierenden zu exmatrikulieren.
   Eine solche Massen-Exmatrikulation der Studierenden sei, so Präsident Köttering, „nicht vorstellbar“, aber gesetzlich vorgeschrieben — im Hamburger Hochschulgesetz von 2006. Und deswegen landete jetzt ein letztes Angebot in den Briefkästen der boykottierenden Kunststudenten. In dem Schreiben setzt Köttering ihnen die Pistole auf die Brust. Wer bis zum 30. September zahlt, wird wieder aufgenommen, wer nicht, dem bleiben die Türen der HfbK verschlossen.




Kunst des Widerstands


   Wie schon die Studiengebühren selbst wird dieses Vorgehen als gesetzeswidrig abgelehnt. Die Anwälte der Studierenden sind zuversichtlich: Sie versichern, daß eine Exmatrikulation in diesem Semester vor keinem Gericht Bestand haben wird. Gleichzeitig treten einige Studenten den rechtlichen Kampf gegen das gesamte Bacherlor/Master-System an.
   Auch die Professoren solidarisieren sich mit den Boykottierenden, einige boten sogar an, exmatrikulierte Studenten weiter an den Veranstaltungen teilnehmen zu lassen. Genau diesen Professoren droht Senator Draeger, der bekannt für seine harte Linie ist, mit Disziplinarverfahren. Eine Ausnahmeregelung werde es nicht geben, und das Aus der Hochschule fürchtet er nicht: „Die wird sich schon wieder füllen!“
   Bis zum 30. September beschäftigen sich die Studenten selbst. An einer „Sommerakademie“, werden Seminare veranstaltet, in Eigenverantwortung kann jeder außerhalb hierarchischer Strukturen Kurse anbieten ob in kritischer Theorie oder Malerei. Viele der Studenten sehen darin das Modell für die Zukunft der Exmatrikulierten. „Einfach unser eigenes Ding machen, nicht so regressiv und altbacken“, meint ein Vertreter des Studentenrats der HfbK optimistisch.

| more info: www.hfbk-hamburg.de | blog.hfbk.net