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| SCHRITT FÜR SCHRITT The long way of WORK|OUT and EforS to Europe an outside observation ![]() Harmonie von unten Bologna zum Beispiel. Zweistellige Temperaturen und Sonnenschein auch im Dezember, die Heimat der Tortellini. Berühmte Professoren wie Umberto Eco, der älteste Campus des Kontinents. Eine Verlockung für deutsche Studenten, nicht nur im Dezember. Doch wer sich heute für ein Studium im Ausland entscheidet, stößt in den Beratungsstellen der Hochschulen und im Internet inzwischen meist auf eine ungefilterte Informationsflut. Bei Bologna, das dem Prozeß der Harmonisierung des europäischen Hochschulwesens den Namen gegeben hat, ist das nicht anders als bei anderen Universitätsstädten. Studienordnungen und Jobangebote Thomas und Tino Brömme haben das im Studium selbst erlebt. Der gute Vorsatz der beiden Berliner lautet darum, mehr Licht in das Dickicht der Studienordnungen, Jobangebote und Unterkünfte zu bringen, europaweit. Nach zweieinhalbjähriger Vorbereitungszeit haben sie vor einigen Wochen die Internetseite Europe for Students (www.efors.eu) gestartet, das erste europäische Studentenportal seiner Art. Man kann das als eine Harmonisierung von unten bezeichnen. Die Website der beiden Berliner bündelt seit Oktober in vier Sprachen länderübergreifend die wichtigsten Nachrichten für Studenten aus internationalen Medien, sie stellt europäische Hochschulstandorte vor und bietet einen Studienführer mit allen Informationen zum Studium in den jeweiligen Städten. Wir wollen die Studenten vernetzen Was mit dem Bologna-Prozeß auch nach acht Jahren noch nicht einmal zwischen Siegen und Marburg richtig gelingen mag, will nun das neue Portal europaweit umsetzen. Wir wollen die Studenten in Europa vernetzen, sagt Thomas Brömme. Der Anfang sei noch wenig umfangreich, bislang umfaßt das Portal fünf Städte in drei Ländern, aber die Ziele sind hoch gesteckt: Bis Ende nächsten Jahres wollen wir Studienführer für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union anbieten. Das Portal folgt dabei dem Prinzip, daß alle Inhalte von Studenten selbst geliefert werden. Teams gibt es schon in London, Rom und Bologna, sie liefern die Informationen zur Zimmersuche, über Studiengänge, die Kultur und das Nachtleben. Ein achtköpfiges Team in Berlin überarbeitet die Texte redaktionell und übersetzt sie ins Deutsche, Englische, Französische und Italienische. Das ist gerade für Studenten der Publizistik interessant, die ihre Texte nicht mehr nur in der Unizeitung platzieren können, sagt Brömme. Welchen Umfang das Projekt erreiche, sei noch völlig offen. Zwei Dutzend Hochschulstädte pro Land hält [er] für vorstellbar. Entstanden aus fixer Idee Möglicherweise läuft es wie beim vorangegangen Projekt der beiden Berliner, der europäischen Studentenzeitung WORK|OUT. Ebenfalls aus einer fixen Idee heraus als Studentenprojekt 1999 von Tino Brömme gegründet, erscheint die Zeitung inzwischen dreimal pro Semester in vier Sprachen in 40 europäischen Hochschulstädten; seit 2002 als unabhängige Publikation und mehrfach ausgezeichnet. Thomas Brömme sorgte für den Online-Auftritt von WORK|OUT, ehe er 2004 gemeinsam mit seinem alten Schulfreund Jakob Hauber, einem Medieninformatiker, mit der langen Planung für EforS begann. Während Hauber die technische Umsetzung des Portals besorgt, basteln die Brömmes am Netz der Informationen. Die Studenten sollen dabei ehrenamtlich als Autoren, Übersetzer oder Efors-Botschafter arbeiten, im Idealfall wird jede Stadt von einer Gruppe vor Ort betreut, sagt Thomas Brömme. Die Macher hoffen auch auf die Beteiligung der Universitäten, wo Inhalte für das Portal als Projektarbeiten erstellt werden könnten. Darüber verhandeln die Berliner derzeit mit Studentenvertretungen und Universitätspräsidien in halb Europa. Genau wie mit potenziellen Geldgebern, da eine Finanzierung nur über Werbung und Kulturförderung aufgestellt werden soll, so Thomas Brömme. Gerade an diesem Punkt haben die Berliner nun gemerkt, wie umständlich die Harmonisierung auf politischer Ebene ist. Von der EU Geld zu bekommen, ist ein sehr langer, sehr bürokratischer Weg, sagt Thomas Brömme. Wie Bologna, der Weg zur Harmonie. | von Felix Helbig (zuerst veröffentlicht als Harmonie von unten, Frankfurter Rundschau, 3.1.2008) |