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UNKOSTENPAUSCHALE


In a privatised high school system like in the U.S. corruption is a widespread desease


   | Karl-Heinz Kloppisch (BERLIN). In den USA ist der Traum der totalen Kommerzialisierung der Hochschulen bereits Realität geworden. Und diese Wirklichkeit ist düster, wie die nahe Vergangenheit zeigt.
   Im Schnitt löhnen die Studenten 12000 Dollar pro Studienjahr, die privaten Colleges kassieren mehr als das Doppelte. Stipendien und Zuschüsse sind deshalb begehrt und nicht nur unter den Bedürftigen. Die hochschulinternen Beratungsstellen informieren gern über die Finanzierungspakete und gelangen so zu ihrem eigenen Stück des Kuchens. Und das fällt bei 85 Milliarden Darlehensvolumen pro Jahr nicht eben klein aus.
   Manchmal verschluckt aber auch einer an einem zu großen Happen, so der Direktor für Finanzhilfe der University of Columbia, David Charlow. Dieser wurde Anfang Mai gefeuert, weil er die Student Loan Xpress Inc. vor anderen Kreditgebern bevorzugt promotet hatte. Charlow, der zu dieser Zeit Aktienanteile des Mutterkonzerns Education Lending Group im Wert von 70000 Dollar besaß. Doch ist er kein Einzelfall. Bereits Mitte April war Ellen Frishberg, die studentische Finanzberaterin der John Hopkins University, entlassen worden, weil sie mindestens vier Jahre Zahlungen in Höhe von 65000 Dollar von Student Loan Xpress erhalten hatte.
   Das Netz der advisory committees in den USA ist groß und verwoben. Undurchsichtige Verträge und Beratertätigkeiten etwa für American Express, Sallie Mae oder eben Student Loan Xpress sind, wie Untersuchungen der New America Foundation zeigen, keineswegs selten. Nun stehen die Kreditbranche und die Hochschulen im Rampenlicht, und die Grundmauern des amerikanischen Bildungssystems wackeln. Da wünscht sich so mancher, daß es so einfach wäre wie in der Politik. Die für das Student Loan Program zuständige Mitarbeiterin des Bildungsministeriums Theresa S. Shaw trat zwei Tage vor ihrer Anhörung kurzerhand zurück. Und während der Kongreß sich anschickt, gegen Interessenkonflikte und Korruption vorzugehen, schreiben sich immer mehr Präsidentschaftskandidaten — etwa Barack Obama — die Reformierung des Student Loan Systems auf die Fahnen. Wie ernst ihre Versprechen und wie tiefgreifend ihre Neuerungen sein werden, wird sich erst noch zeigen. Wir im alten Europa, hier in der Außenstelle Berlin, freuen uns jedenfalls schon, wenn die ersten Skandale über Studienkreditschieberei in unserem frisch privatisierten Hochschulsystem ans Licht kommen werden!