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| GREENPEACE WILLS WISSEN Greenpeace demands 40% less greenhouse gases from the governments. The Klimakampagne 2007 intends to force a decision in the German parliament. | ... (BERLIN). Deutschland ist der mit Abstand größte Treibhausgasemittent der Europäischen Union, international hält es sich auf dem sechsten Platz in der Reihe der Klimazerstörer. Die Wissenschaft geht davon aus, daß die schlimmsten Folgen der Klimaveränderung noch abzuwenden sind, wenn die globale Temperaturerhöhung bei maximal zwei Grad Celsius gestoppt wird. Dies würde für Deutschland konkret bedeuten, daß die Politik eine Reduktion der Treibhausemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 verbindlich durchsetzen muß. Um zu klären, ob und wie die Treibhausgasemissionen um eine derartig hohe Rate verringert werden können, hat Greenpeace beim Ingeneurs- und Beratungsbüro EUtech eine Studie in Auftrag gegeben. Sie will beweisen, daß dies faktisch durchführbar sei selbst mit einem vorgezogenen Atomausstieg. Bislang ist die Bundesregierung nur dann bereit, sich auf eine Emissionsreduktion von 40 Prozent festzulegen, wenn die EU sich zu 30 Prozent durchringt. Die EU wiederum, die sich bislang zu 20 Prozent verpflichtet hat, macht eine Erhöhung auf 30 Prozent von den Klimaschutzzielen der USA abhängig. So wie die Bedingungen also momentan miteinander verknüpft sind, ist Deutschlands vernünftiges oder unvernünftiges Verhalten an die Klimavernunft der US-Regierung gekoppelt. Obwohl selbst der Hauptleugner des menschenbedingten Klimawandels gerade Schritte in die richtige Richtung tut, ist eine solche Abhängigkeit alles andere als verantwortungsvoll. Die von Greenpeace organisierte Klimakampagne 2007 soll Politiker wie Wähler auf diese Tatsache aufmerksam machen. Die Kampagne startete letzte Woche mit Erscheinen der oben erwähnten Studie. Der Verein ließ allen 614 Bundestagsabgeordneten einen Auszug der Studie und einen Stimmzettel zukommen. Da Abgeordnete sich oftmals nur am Rande mit Umweltpolitik und Klimawandel beschäftigen, sollen sie auf die Wichtigkeit des Themas aufmerksam gemacht werden. Der Stimmzettel verlangt von den Politikern eine Gewissenentscheidung für oder gegen die von der Wissenschaft geforderte Senkung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis zum Jahr 2020. So wird transparent, wie einzelne Abgeordneten zum Klimaschutz stehen. Diejenigen Politiker, die trotz der wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen eine Emissionsreduktion von 40 Prozent sind, sollen sich in der Öffentlichkeit dafür verantworten müssen, fordern die Organisatoren der Kampagne. Wir wollen den Wählern und Politikern die Dringlichkeit von hochgesteckten Klimaschutzzielen vor Augen führen, sagt einer der Organisatoren, und den Menschen klar machen, daß die Uhr jetzt wirklich tickt. Das Jahr 2007 ist entscheidend für unsere Zukunft. Tatsächlich hat Deutschland im Jahr 2007 die Gelegenheit, eine beispielgebende Rolle für einen zukunftsweisenden Klimaschutz einzunehmen. Mit Angela Merkels EU-Ratspräsidentschaft und als Gastgeber des G8-Gipfels steht es mit dem Thema Klimaschutz im Zentrum des öffentlichen Interesses. Würde Deutschland sich zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent verpflichten, hätte das entscheidenden Einfluß auf die Diskussion in der Europäischen Union und auf internationaler Ebene. Deutschland könnte damit wichtige Fortschritte im internationalen Klimaschutz anstoßen. Eine Entscheidung des Bundestages zu dieser Maßnahme wäre folgerichtig. |