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LIEBE STUDENTEN!


Kleiner Tip.
Bitte arbeitet nicht soviel während eures Studiums. Wechselt bitte so häufig wie möglich den Job. D.h. verkauft nicht zwei oder drei Jahre lang Currywurst, das könnte euch im späteren Leben als besondere Qualifizierung angerechnet werden, welche alles andere ausblendet — als erstes Euren dadurch finanzierten Hochschulabschluß in Skandinavistik, AVL oder Amerikanistik. Laßt Euch bitte so häufig wie möglich rausschmeißen, am besten bescheinigt, wegen akademischer Schusseligkeit und Tolpatschigkeit. Die nachweisliche Nichteignung für das Kellnern, Altenpflegen, Telefonmarketing und Currywurstverkaufen wird Euch sehr behilflich sein, wenn es später darum geht, eine geeignete Tätigkeit für euch zu finden, sofern ein Sachbearbeiter von Amts wegen mit Euch zusammen darüber grübeln sollte.
Soweit Ihr in den Genuß kommt, bei bestimmten Agenturen und Centern als Kunde geführt zu sein, interessiert das löbliche nebenberufliche Engagement besonders.
Am besten, ihr habt keins.
Je weniger ihr könnt, desto besser.
So schindet ihr zwar kein Geld, aber wenigstens Zeit für den Versuch, Eure wertvollen Sekundärqualitäten wie Verkaufstalent, Zuverlässigkeit und soziale Kompetenz gezielt anderweitig unterzubringen und den Fluktuationsjob motivierten Nachrutschern zu überlassen. Die Statistik wird durch diese Bewegung nicht nachhaltig geändert.


| Katja Koschmieder (BERLIN)