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FUTSAL IM TOR


More and more students play Futsal





   | Schirin Khalik (FRANKFURT/MAIN). Es ist Freitagabend, 18 Uhr. Die hellerleuchtete Turnhalle in Seckbach füllt sich langsam. Junge Männer unterschiedlichster Nationalität laufen zu den Umkleidekabinen. Zehn Minuten später kommen die ersten in bunten Trikots wieder heraus. Sie spielen sich warm für das anstehende Futsalturnier.
   „Futsal, das bedeutet so viel wie kleiner Fußball“, erklärt Horst Schumacher Trainer der Futsal-Mannschaft des Erstligisten Eintracht Frankfurt und Organisator des Turniers. Seit nunmehr vier Jahren setzt er sich für den Hallenfußball ein, denn das ist Futsal in erster Linie. Fußball, der auf einem Basketballfeld gespielt wird und dessen Tore um ein vielfaches kleiner sind als die bei einem Fußballspiel. Die Sportart, bei der es vor allem auf die Balltechnik ankommt, wurde in Brasilien erfunden. In welcher Stadt, darüber streiten sich bis heute die Geister. Einigkeit herrscht aber darüber, daß es in Brasilien eine Zeit gab, in der vor allem in den Außenbezirken viele Basketballfelder, aber keine freien Fußballfelder zu finden waren. Schnell war die ideale Gruppenstärke von fünf Spielern gefunden, vor allem aus Platzmangel, da die Felder um einiges kleiner waren als richtige Fußballplätze. Die anfangs benutzten Bälle enthielten Sägemehl oder Pferdehaar. Sie hatten eine gute Sprungkraft, was das Problem aufbrachte, daß die Bälle schnell aus dem Feld hüpften. Um dies zu vermeiden, wurden die Futsal-Bälle verkleinert und schwerer gemacht. Daher wurde die Sportart auch „O Esporte da Bola Pesada“, die Sportart des schweren Balles genannt. Das Land Brasilien war es auch, das der Sportart ein Regelwerk verpaßte und sie offiziell in sein Sportprogramm integrierte. Heute erfreut sich die Sportart vor allem bei Studenten enormer Beliebtheit. Futsal hat ein strenges Regelwerk und beruht besonders auf Fairplay. Körperkontakt ist hier strikt untersagt. Obwohl die Begeisterung für die Sportart groß ist, setzt sich der Futsal in Deutschland nur langsam durch. Allerdings stellen bereits viele Universitäten ihren Studenten die Sporthallen zum Training zur Verfügung. „Die Universitäten sehen ihre Studenten täglich und wissen, was diese jungen Menschen wollen. Das versuchen sie dann zu unterstützen“, erklärt Horst Schumacher die Bereitschaft. Der DFB (Deutscher Fußball Verband) hingegen tut sich mit der Futsal-Förderung noch schwer. Hier kommt der Ball nur sehr langsam ins Rollen, ganz im Gegensatz zu europäischen Nachbarländern wie etwa den Niederlanden, Spanien oder Frankreich. In Frankreich kehrte kürzlich sogar der ehemalige Nationalspieler Zinédine Zidane aus dem Ruhestand zurück, um in Paris bei einem Benefiz-Futsal-Turnier mitzuspielen und gleichzeitig Werbung für den noch nicht ganz so etablierten Sport zu betreiben. Horst Schumacher ist allerdings überzeugt, daß sich Futsal auch in Deutschland bald etablieren wird.

| www.eintracht.de/futsal