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DESPOTEN FÜR EUROPA European fear of terror supports the North African despots | Schirin Khalik (BERLIN). Nach dem 11. September schlug die Stimmung von einem auf den anderen Tag um. Autoritäre Modelle waren plötzlich wieder in Mode dank der unerhofften Unterstützung, die sie von westlichen Demokratien im Namen des Rufs nach Sicherheit und des Kampfes gegen den Terrorismus erhielten. Die beiden tunesischen Exilautoren Sihem Bensedrine und Omar Mestiri beschreiben in ihrem soeben erschienen Buch Despoten vor Europas Haustür Warum der Sicherheitswahn den Extremismus schürt die Situation unter den totalitären Regimes in Nordafrika, die durch den angeblichen Anti-Terror-Kampf, der von Europa unterstützt wird, die Rechte der einheimischen Bevölkerungen immer stärker beschneiden. Besonders eindrücklich wird diese Beschreibung in dem Kapitel über Tunesien. Gerade die Jagd auf Terroristen, welche die totalitären Regimes jedoch überwiegend zur Beseitigung von politisch Oppositionellen nutzen, wird hier überzeugend dargestellt. Auch die Rolle der europäischen Regierungen, die den fadenscheinigen Kampf der totalitären Herrscher Nordafrikas blind unterstützen, wird durch das Buch näher beleuchtet. Es thematisiert ausführlich die Bedingungen, unter denen Schriftsteller und Autoren in Nordafrika publizieren müssen. Ihr ständiger Begleiter ist die Angst vor Repressalien und Folter. Meinungsfreiheit existiert in diesen Ländern so gut wie nicht. Insgesamt ist Despoten vor Europas Haustür ein bemerkenswertes Buch, das zwar nicht jede seiner Thesen stichhaltig belegt, aber dennoch eindrücklich aufzeigt, wie sich die diktatorischen Regimes Nordafrikas versuchen, sich durch europäische Hilfe zu stabilisieren. Sihem Bensedrine, Omar Mestiri: Despoten vor Europas Haustür Warum der Sicherheitswahn den Extremismus schürt. Antje Kunstmann Verlag, München 2005 |