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„Women in Egypt, Germany and Maroc“ — Cartoons in Berlin




   | Deníz Julia Güngör (BERLIN). Anläßlich des Weltfrauentags eröffnete das GTZ-Haus in Berlin am 8. März 2007 die Ausstellung „Karikiert: Frauen in Ägypten, Deutschland und Marokko“. Die Ausstellung zeigt Werke aus marokkanischer und ägyptischer Feder sowie einige Bilder des deutschen Karikaturisten Peter Gaymann.
   Das Projekt basiert auf einer 2004 vom marokkanischen Parlament verabschiedeten Familienrechtsreform. Die „Moudawana“, wie sie in Marokko genannt wird, befaßt sich mit der rechtlichen Verankerung der Gleichstellung von Frauen und Männern. „Der Gedanke war es, die Gesetze durch ein neues Medium auf interessantere, ansprechendere Art und Weise der Bevölkerung näher zu bringen“, so Tina Gadow, Projektleiterin der Ausstellung. Auch das verbreitete Analphabetentum sei ein Grund gewesen, die neuen Gesetze in Form von Karikaturen darzustellen und somit dem Großteil der Bevölkerung zugänglich zu machen. Um die Zeichnungen unters Volk zu bringen, habe man einen Sammelband der Karikaturen zusammengestellt, der darüber hinaus die juristischen Gesetzestexte enthielte und diese zusätzlich in verkürzter Form. Mit diesem wende man sich direkt an die Zielgruppen, wie zum Beispiel Frauenorganisationen vor Ort, die dann wiederum als Multiplikatoren fungieren.



   „Karikaturen lassen nur soviel Kritik zu, wie man hineininterpretiert“, so Frau Gadow auf die Frage nach der Reaktion in den Ländern selbst. „Selbst der intellektuelle Besucher fühlt sich bei dem Anblick der Karikaturen manchmal vielleicht ertappt, aber der Humor fängt alles wieder ab“. So seien Karikaturen ein guter Weg, den einzelnen vorsichtig und langsam und eben auf humorvolle Weise an Selbstkritik heranzuführen. Eine der ebenfalls ausgestellten Zeichnungen aus dem Jugendwettbewerb jedoch habe zu Diskussionen in Ägypten geführt. Sie zeigt den Kopf eines offensichtlich modernen Mädchens vor grauem Hintergrund, das bis zum Hals in einer Flasche steckt. Aus dem rechten Auge kullert eine große Träne. „Man glaubt es kaum, aber diese so harmlos wirkende Zeichnung hat so manche Debatten entfacht, weil sie die Situation der Frau vor allem in modernen Zeiten so unmißverständlich karikiert“, erzählt Gadow. Bereits 2006 gab es Ausstellungen zuerst in Marokko und später auch in Ägypten, die auf positive Resonanz stießen. Grund und Anlaß dafür, die Ausstellung nach Deutschland zu holen und sie um die Zeichnungen Peter Gaymanns aus seiner Serie „Die Paar Probleme“ zu erweitern, sei die aktuelle Auseinandersetzung mit der „arabischen Welt“ in Deutschland, aber auch die an Aktualität gewinnende Frage nach der Rolle der Frau in unserer Gesellschaft gewesen, so Gadow. „Uns ist im Laufe des Projekts bewußt geworden, daß es auch bei uns in Deutschland immer noch die Problematik der (ge-)rechten Rollenverteilung gibt. Diese wird in den Zeichnungen von Peter Gaymann, die man in Deutschland aus diversen Zeitungen und Zeitschriften kennt, ganz besonders deutlich und humorvoll thematisiert.“ Auffällig ist jedoch, daß die meisten der Karikaturisten Männer sind. Tina Gadow verwundert das nicht: „Wenn wir uns die Landschaft der deutschen Karikaturisten anschauen, werden wir feststellen, daß es auch bei uns kaum Karikaturistinnen gibt. Es ist einfach eine Männerdomäne“.