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Students and social activists take refuge from governmental violence in the University of Oaxaca


   | Paula Pabel (MEXICO CITY). Auf dem Campus der Universität Oaxacas herrscht am Morgen des 2. November Ausnahmezustand. Reporter des besetzten Universitätsradios berichten über die Auseinandersetzungen, die sich nur wenige Meter entfernt vor den Universitätstoren abspielen: Wasserwerfer gegen Steinschleudern, Räumpanzer gegen Molotowcocktails. Mehr als 3000 Polizisten sind an diesem Morgen angerückt, um der APPO, dem seit über fünf Monaten Widerstand leistenden sozialen Bündnis, den Garaus zu machen.



   Was im Mai dieses Jahres mit einem Streik von etwa 70000 Lehrern begann, hat sich zu einem Volksaufstand entwickelt. Unter den Aktivisten befinden sich Studenten ebenso wie Hausfrauen, Intellektuelle, Bauern und Mitglieder indigener Organisationen.
   Nachdem sich der Konflikt in der südmexikanischen Touristenstadt in den letzten Oktobertagen noch einmal dramatisch verschärft hat, ist die autonome Universität Benito Juárez zum neuen Stützpunkt der Bewegung geworden. Durch ihren Autonomiestatus gewährleistete die Bildungsinstitution bislang einen Schutzraum für die Bewegung, der Polizei und Militär in ihre Schranken weist. Hatte Präsident Fox seine Truppen bis Ende Oktober noch zurückgehalten, wurde mit einem der schwerwiegendsten Angriffe auf die APPO der Einsatz der Bundespolizei besiegelt. Am 27. Oktober schossen bewaffnete Gruppen auf Aktivisten der Bewegung. Drei Menschen wurden getötet, unter ihnen der US-amerikanische Journalist Brad Will. Es liegt nahe, daß der Kameramann von Indymedia New York gezielt umgebracht wurde. Noch Sekunden vor seinem Tod filmte er Aggressionen seitens der PRI-Anhäger (Partei des Gouverneurs Ulises Ruiz) gegen APPO-Aktivisten. Eine Dokumentation, die die Ausmaße der Repression gegenüber der Volksbewegung zeigt, ist eindeutig unerwünscht.




   Nach diesem Vorfall mußte Präsident Fox unter Druck der US-amerikanischen Regierung schließlich zur Tat schreiten: Zwei Tage nach Wills Tod durchbrach die Bundespolizei mit Panzern die um den Hauptplatz von Oaxaca-Stadt errichteten Barrikaden. Zahlreiche Menschen wurden verhaftet und verletzt. Doch auch die offiziell als „neutrale, den sozialen Frieden in Oaxaca wiederherstellende Kräfte“ dargestellte Bundespolizei konnte die Aktivisten nicht unterkriegen. Die APPO errichtete an anderer Stelle neue Barrikaden und suchte auf dem Universitätscampus Zuflucht. In ganz Mexiko wie auch in Europa und den USA finden zur Zeit Protestaktionen gegen das repressive Vorgehen der mexikanischen Staatsicherheit statt, die die Forderungen der oaxaqueñischen Bewegung nach der Absetzung des Gouverneurs Ulises Ruiz, einem gerechten Sozial- und Bildungssystem und einem Ende der Korruption unterstützen.


| www.asambleapopulardeoaxaca.com | read also: Mexico Reloaded 2