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What about tuition fees in Germany — some like it hot!


   | Franz Hellbaum (FRANKFURT/M.). Werbung beeinflußt den Menschen - so der Marketing-Stratege. Genau das Gegenteil — denkt still der mit Werbung Zugeschüttete, indem er denn sogleich Ersterem bei jeder neuen Flut einen gedanklichen Stinkefinger zeigt. So veranlaßt eine aktuell in Hessen geführte Werbekampagne zum Kopfschütteln: „Suche Ausbildung. Biete Zukunft.“
   Mit solchen und weitaus lächerlicheren Parolen wie etwa „Suche Ausbildung. Biete Rente.“ richtet sich die u.a. vom Arbeitsamt unterstützte Aktion an die Unternehmen, damit sie Ausbildungsplätze schaffen und somit den Fortschritt von morgen fördern. Wie gesagt, nichts als Parolen. Denn der Zug ist allen Protesten zum Trotz, was die Studiengebühren im Fall Hessen anbelangt, schon lange abgefahren, allein der Gesetzesentwurf zur Einführung von Studienbeiträgen lag hier bereits 2003 auf dem Tisch des Landtags. Die Möglichkeiten für die Studierenden scheinen klar. Wer es sich leisten kann, seine Bequemlichkeiten nicht aufgeben zu müssen, bleibt. Der Rest muß reagieren und wechseln, solange es noch Sinn macht. Wer nicht will (gezwungen wird), der kann ja gehen oder verschuldet sich. Hallo Fortschritt!


Ein guter Lacher:
     „Suche Ausbildung. Biete Zukunft.“


   In anderen Bundesländern läuft der Countdown auch bereits bzw. macht sich durch verheerendere Maßnahmen, wie gar den geplanten Kürzungen in Berlin (siehe Artikel in W|O nº34), bemerkbar. Was also mit denen, die allgemein reif wären für die Hochschule? Ein kleiner Rückblick: Vor zehn Jahren hat man aus Mangel an Ausbildungsplätzen eine wahre Flut an Studienanfängern erleben dürfen. Und eine ebenso große Flut an Abbrechern. Nun wird aber selbst dieser Schritt für die einen zum teuren Abenteuer und für die anderen zu einer baldigen Ade. Es scheint, egal wie die Melodie geht: Suche Zukunft. Finde Leere. Wieder einmal bleibt es allein an den Jungen selbst und deren Kreativität hängen, dieses kapitalistische Tal der Hoffnungslosigkeit irgendwie zu durchkreuzen und sich einen Kopf zu machen, wie man der Miserere am besten ausweichen kann. Das alles ohne Garantie.
   Und was hat die Einführung der Studiengebühren in Deutschland bisher wirklich bewirkt, außer daß sie uns vor alte Probleme stellt und neue Falten in Sachen Studienfinanzierung auf die Stirne wirft? Hoffentlich zum Umdenken! Daran, daß wir Studenten wieder stärker und vor allem frühzeitig und zielgerichteter für unsere Interessen eintreten und kämpfen müssen, anstatt uns den Hintern in ASten breit zu sitzen und frischen Kaffee aus dreckigen Tassen zu trinken. Vielleicht sollte man zum Beispiel schon heute mal dran denken, andere Punkte der Gebührenordnung, wie die etwa die Regelungen ab dem 14. Fachsemester, zu lockern. Denn diese Grenze dürfte mit dem neuen Studienbeitragsmodell schon bald von vielen Studenten weit überschritten werden.


| see also: www.ausbildung-hessen.de