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AGASSIZ FISCH What scientific work and literature research have in common an anecdote | Ezra Pound. Die rechte Methode für die Untersuchung von Dichtkunst und guter Literatur ist die des modernen Biologen: sorgsame Prüfung des Gegenstandes aus erster Hand und ständiges Vergleichen der Abstriche oder Proben. Keiner hat das Rüstzeug zu modernem Denken, der die Anekdote von Agassiz¹ und dem Fisch nicht begriffe: Ein Doktorand, mit Auszeichnungen und Diplomen versehen, kam zu Agassiz, sich den letzten Schliff geben zu lassen. Der große Mann reichte ihm einen kleinen Fisch und forderte ihn auf, den zu beschreiben. Doktorand: Das ist einfach ein Sonnenfisch. Agassiz: Das weiß ich. Beschreiben Sie ihn. Nach wenigen Minuten kehrte der Student mit der Beschreibung des Ichthus Heliodiplodokus zurück, Familie des Heliichtherinkus, oder wie man sonst sagt, um den gemeinen Sonnenfisch dem allgemeinen Wissen vorzuenthalten, und wie man es eben in den einschlägigen Lehrbüchern findet. Agassiz trug dem Studenten von neuem auf, den Fisch zu beschreiben. Der Student verfertigte einen vier Seiten langen Aufsatz. Agassiz hieß ihn dann, sich den Fisch anzusehen. Drei Wochen später war der Fisch im fortgeschrittenen Zustand der Verwesung, aber der Student wußte etwas über ihn. ![]() | Aus: ABC des Lesens, Suhrkamp 1976. Originalausgabe erschien 1934. ¹ Agassiz, 1807-1873. Anatomischer Paläontologe, Höhlen- und Eiszeitforscher, gebürtiger Schweizer, lehrte an der Harvard University im Museum of Comparative Zoology. |