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KLEINGELD


Bert Brechts „Drei-Groschen-Oper“ im Berliner Admiralspalast ab 9. 8. 06


   | Frieder Moor (BERLIN). Schön war’s. Langweilig auch. Campino hat die Toten Hosen bis zum Schluß anbehalten, Gottfried John, ein hervorragender Schauspieler, konnte nicht wirklich singen, und eine Nackte, zur direkten Ansprache des männlichen Publikums, gab es auch. Man konnte sich also durchaus hinterher darüber streiten, ob das Brecht so gefallen hätte.
   Das war es aber auch schon, was Brecht gefallen hätte. Nicht gefallen hätte ihm, daß es schön war. Nicht gefallen hätte ihm zweifelsohne, daß ein typisches Musicalpublikum, der gehobene Mittelstand, oder das, was sich dafür hält, nichts verstanden hat. Aber wie auch, wenn Brandauers Regie darauf abzielt, etwas fürs Auge zu bieten, aber doch nichts Episches. Elend auf der Bühne gab es auch schon in „Les Misérables“ — bloß daß die da Stimmen hatten. Und die Toten-Hosen-Fans im Publikum waren auch nur wegen der erbärmlichen Performance eines altgewordenen Punk-Rockers da. Daß die Elenden in ihrer Masse eine Macht darstellen, ging irgendwie unter. Das war auch nicht so interessant, schließlich muß man sich bei Kartenpreisen um die 70 Euro und den vielen Bettlern vor der Tür wenigstens im Theatersaal erholen können.