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in italiano DAS GLÜCK IN DER NEGATION One mustnt have anything to lose in life Janosch, famous as an author of childrens books and as a draughtsman, but also the writer of several prized novels, is celebrating his 75th birthday this year. We tried to catch a glimpse on the man behind the drawings. | Ni Gudix (BERLIN). Er ärgert sich nicht mehr. Ärgern ist Energieverschwendung, und seine Energie sollte man für andere Dinge nutzen. Wenn ihn gewisse Leute unbedingt als Idylliker sehen wollen, wenn es heißt der mit den Tigerenten, wie niedlich! nun ja, dann soll man diese Leute in ihrem Irrtum sitzen lassen. Janosch ist kein Idylliker, nie gewesen. Ein Idyll ist ein makelloses, beschauliches Stilleben ohne Probleme, ohne Aus-der-Reihe-Tänzer, ohne Flecken. Ein Idyll ist keimfrei, unlebendig. Janoschs Gestalten aber leben, und wie, sie sind Menschen, keine Staffagen, sie haben Löcher in den Socken und Dreck an den Stiefeln, sie machen Fehler und lernen daraus. Und ganz wesentlich bei Janosch ist das Aus-der-Reihe-Tanzen. Janoschs Typen sind Außenseiter, allesamt, die nicht in die vorgeschriebene Idyll-Schablone passen, weil sie anders sind: Herr Josef ist ein Rabe, Onkel Popov kann fliegen, der Gresok ist ein Narr, Bernhard Schäbel ist ein Hase, und Löwenzahn und Seidenpfote sind sowieso verkehrtherum... Doch sie kommen klar, und besser als die Normalen, und das ist das Wunderbare an Janoschs Anti-Idyllen: das Glück liegt in der Negation. Lerne dich aufzulehnen, verweigere dich! Nicht nur den Autoritäten, auch dem Schnickschnack und den sinnlosen Kommunikationsritualen. Mach die Augen auf und die Klappe zu! Halte deine Grütze am Rotieren! Bleib deinen Träumen auf der Spur, schnall dir die Flügel nie ab! Und lerne, auf die kleinen Dinge zu achten, blicke in Ritzen und Nischen und hinter die Fassaden. Geh finden, nicht suchen! Es ist ein langer Weg zum Glück der Negation, zur Erkenntnis, wie wenig die Seele wirklich benötigt, um zu jubeln. Janosch ist ihn gegangen. Der längste Umweg ist der kürzeste Heimweg besagt ein altes irisches Sprichwort so wie der kleine Tiger und der kleine Bär am Ende ihrer vergeblichen Odyssee nach Panama wieder zuhause ankommen, wo ihnen dann ein paar Sonnen aufgehen, so ist auch Janosch inzwischen (seelisch, nicht geographisch) wieder da, wo alles anfing: in der Stille, wo kein unnützes Gelaber die Luft verpestet und kein unnützer Krempel den Frieden vergrätzt. Daß das Leben Magie pur sein, daß man mit fast nichts leben und dennoch fröhlich und zuversichtlich sein kann und wie das Fliegen geht: das hat er schon in seinen ersten Lebensjahren gelernt, dazwischen zeitweise aus den Augen verloren, aber nie vergessen. Nun, als alter Mann, mit knitzem weißem Schnäuzer und zwinkernden Fältchen um die Augen, wird einem klar wie nie, wo sie alle herkommen, Onkel Popov, Antek Pistole, Schnuddelbuddel, der Herr Josef: aus jenem oberschlesischen Nest, das damals Deutschlands letztes Zipfelchen war. Nachfahren des großen Jacob Piecha, allesamt. Janoschs Anti-Idyllen: das Glück liegt in der Negation. Janosch wurde am 11. März 1931 in Hindenburg geboren. Heute heißt der Ort Zabrze, liegt mitten im oberschlesischen Kohlenkeller und ist mit der Tram Nr. 5 von Gleiwitz aus in zwanzig Minuten zu erreichen oder mit anderen Trams, die dann über Ruda, Chorzów und Kattowitz weiterfahren bis nach Krakau. Damals war hinter Hindenburg das Deutsche Reich zu Ende, Schlagbaum, Grenzer, Kontrolle; und dann kam Wald, Brachland, Felder und Russisch-Polen. Die Mutter hieß Jadwiga Glodny, der Vater Hans Hannek Eckert, und alle Vorfahren waren Polen Hannek jedoch, der schon früh mit den Nazis sympathisiert hatte, hatte sich arisieren lassen, um dem Kind und sich nicht die Zukunft zu verbauen, denn Hitler ließ keinen Zweifel daran, was er mit den minderwertigen Rassen, also auch den Polen, vorhatte. Das Kind wurde auf den Namen Horst getauft, nach Horst Wessel, und der Umgang mit Vaters Eltern wurde ihm strengstens untersagt, damit er ja kein Polnisch lerne; man sprach Deutsch mit ihm, und auch die Großeltern Glodny, bei denen der kleine Horst aufwuchs mangels eigener Wohnung der Eckerts, bemühten sich, das Wasserpolnische abzulegen und sich an Deutsch zu halten. Der Name Horst Immanuel sitzt mir in der Kehle wie ein Giftapfel, sagt Janosch (1). Wie kann man sich auch mit einem Namen identifizieren, an dem nichts, aber auch rein gar nichts stimmt? Was ist das überhaupt, identifizieren? Fixiert sein, gefangen in einer Schablone, die jemand über einen stülpt. Sich mit Ich bin vorstellen ist doch immer falsch, denn wer ist man denn, und was hat das mit dem Namen zu tun? Du bist ein Namenloser, aus Versehen geboren. (2) Kein Pole konnte den Namen Horst aussprechen. Oma Glodny nannte den Jungen Chotek, die andere Oma sagte liebevoll Chopku oder Tutu. Und später war da fast nur noch Janosch, inspiriert vom Onkel Janoszka. Das war zwar auch keine Identität, aber eine bessere Stütze als Horst Immanuel. Auch seine beiden epischen Alter Egos tragen die Namenslast mit sich herum: in CHOLONEK ODER DER LIEBE GOTT AUS LEHM manifestiert sich der kosmische Fluch des Namens in Adolf Detlef Cholonek, und in VON DEM GLÜCK, HRDLAK GEKANNT ZU HABEN heißt das arme Würstchen Norbert Fürchtegott Mainka. Wer einen Autor kennen will, der soll seine Bücher lesen. Denn darin kann der Autor, so sehr er sich auch bemühen mag, nichts verbergen, nur der Leser kann blind und taub sein (3), sagt Janosch. Wer diesen Rat hier beherzigt, lernt nicht nur den Autor kennen sondern auch sich selbst und begreift den Grundstein für Janoschs himmlische Kinderbücher. Prägend für ihn waren dabei die ersten drei Jahre in dieser Zeit wurde die Uhr eingestellt, nach der sein Leben ablaufen sollte (4). Fast alles, was ich über das Leben weiß, erfuhr ich in dieser Zeit, viel kam nicht hinzu, und was ich noch brauchte, mußte ich später erraten.(5) Die drei ersten Lebensjahre, die er bei seinen Großeltern Glodny und Urgroßvater Jacob Piecha in der Grubenarbeitersiedlung an der Ciupkareihe direkt am Fluß Czarnawka lebte, bezeichnet Janosch noch heute als seine glücklichsten. In dieser Zeit konnte ich fliegen, das kann man in meinen Büchern nachlesen; und fragst du mich nach dem Mittelpunkt der Welt: Es ist diese Ziegelmauer hinter dem Haus Nummer 3, wo meine Großeltern wohnten. (6) Opa Glodny war Straßenfeger, Quartalssäufer und Kriegsgegner, redete nicht viel und schmauchte ohne Pause sein Mahorkapfeifchen. Uropa Piecha war noch biblischer als mein Großvater, da er noch weniger redete, nämlich gar nicht, und mit noch weniger Zeug auskam: eine Hammelfellmütze, ein Paar Stiefel, ein Anzug, eine Krücke, Mahorka und jeden Morgen ein Schluck Fusel aus der Buddel. Was Chotek hier lernte, wurde zu seiner Urformel; und hier, in Zabrze-Poremba, kurz vor Ruda, sind sämtliche seiner Gestalten zuhause. Ich sah Ludku Cholonek auf der Halde seine Klapitschki auslegen, ich sah Lukas Kümmel an der Czarnawka entlangschlendern und Dreck hineinschmeißen, und Hrdlak stiefelte mit einem Hund und losen Hosenträgern zwischen den Ruinen der ehemaligen Ciupkareihe herum und zwinkerte mir zu... Die Hitlerzeit brachte Veränderungen: Hannek, bis dato polnisches Schlitzohr mit viel Suff, aber wenig Geld, machte eine Trikotagenhandlung auf und spekulierte, mithilfe von billig erworbenen Räumen und Material aus dem Besitz enteigneter Juden, auf den schnellen Reichtum, doch so ganz klappte das nicht. Sicher, man zog in eine größere Wohnung um, leistete sich ein Auto, und Chotek kam nur noch selten zu Opa Glodny und Uropa Piecha. Hannek kleidete sich nach der letzten Eleganz, mit Melone und Seidenschal, und die Mutter wurde regelmäßig im Modehaus Palluch neu eingepuppt. Hannek wollte kein Biedok, kein armer Hund sein; auf den Schein kam es daher an, er wollte den Leuten zeigen, wer er war, wollte seinen Reichtum präsentieren daß davon, nach seinen Saufeskapaden, nicht mehr viel übrig blieb, war der Lauf der Dinge. Und Chotek? Er wurde mit Schokolade und Spielsachen zugeschüttet und dann wieder verprügelt. Er wuchs nicht, blieb schwächlich, klein und ängstlich; und der Vater hat mir mit seinem brachialischen Suff und seiner ledernen Hundepeitsche für ein paar Jahrzehnte die Magie ausgetrieben (7). Nichts verachte ich so wie den Herrenmenschen. Wenn der Mensch wirklich das Ebenbild Gottes ist, was ist dann Gott? Dann steht er doch verdammt schlecht da, oder? In der Hitlerzeit entwickelte sich auch Choteks Anarchie. Ich bin als ein unheilbarer Anarchist geboren. Jede Machtausübung ist mir fremd (8), sagt er heute. Später trieb er sich in Paris, München und bei den spanischen Hippies herum, beschäftigte sich mit Beat, Philosophie, Nonkonformismus, Zen-Buddhismus und den Theorien der Studentenrebellen und durchschaute wie man auch in seinen Büchern nachlesen kann, besonders in SCHÄBELS FRAU ziemlich schnell das Echte und das Pseudo an Subkultur. Damals jedoch, als Kind in Hindenburg vor und während des Zweiten Weltkriegs, fühlte er bereits instinktiv, daß es immer die Falschen waren, die etwas zu sagen hatten und daß man sich nach Möglichkeit nach dem, was sie dann sagten, nicht richten durfte, wollte man seinen Verstand behalten. Hier ist auch die Antwort auf die eingangs aufgeworfene Frage der Idylle zu finden, denn ein Idyll war es, was die Nazis mit ihren Selektionsthesen, dem Gruppenzwang und der Gleichschaltung am Ende zu erreichen hofften, wenn die Juden, die Armen, die Verrückten, die Schwachen und alle anderen störenden Elemente ausgemerzt waren und sich auf den Wiesen nur noch makellos blonde, lachende, dralle glückliche Menschen tummelten... Hannek verachtete die Armen und die Arbeiter, seit er selbst es zum Unternehmer gebracht hatte, und seine Frau pflichtete ihm darin bei, daß es der kleine Horst nicht nötig habe, sich mit solchem Gesindel herumzutreiben. Damit waren sowohl Hanneks eigene, bitterarme Eltern und Geschwister gemeint als auch Leute wie der Gresok, ein behinderter, als verrückt geltender Tagelöhner, der keiner Fliege etwas zuleide tat, sich für einen Hungerlohn bei den Leuten als Hilfskraft verdingte, gelegentlich auch auf den kleinen Chotek aufpaßte und dann von der Gestapo zusammengeschlagen, gefoltert und ermordet wurde no, die werden schon ihren Grund gehabt haben, bei solchen Leuten wie dem kann man nie wissen: etwas in der Art wird Oma Glodny, nach Frau Schwientek in CHOLONEK, dazu zu sagen gehabt haben, und solche Szenen sind es, die einem in Janoschs Romanen das kalte Grausen den Rücken heruntertreiben, bis man am liebsten kotzen möchte. Was läuft da falsch, wenn man nicht nur die Ideologien vom Herren- und Untermenschen kritiklos schluckt, sondern auch reglos zusehen kann, wie diese Ideologie umgesetzt wird? Und was hat in einer derart anthropophoben Welt Gott zu suchen? Nichts verachte ich so wie den Herrenmenschen. Wenn der Mensch wirklich das Ebenbild Gottes ist, was ist dann Gott? Dann steht er doch verdammt schlecht da, oder? (9). Nein, Janosch nimmt es seinen Eltern nicht übel, daß sie ihm in seinen ersten Lebensjahren vor allem die Furcht beibrachten, vor Prügeln, vor Gott, vor dem Lehrer, vor der SA mit ihren Stiefeln, die Leute wie den Gresok einfach zusammentreten konnten sie wußten es nicht besser, denn auch sie waren mit Begriffen wie Sünde und Strafe, richtig und falsch, Ehre und Schande und den zehn Geboten aufgewachsen. Doch für sich selbst hat Janosch den Gottesglauben abgelegt, genau wie er sich auch jeglicher weltlicher machtorientierter Ideologie verweigert. Gott hat ihm damals einen Großteil seiner Jugend versaut; doch heute ist er mit ihm befreundet, er foppt ihn, er kritisiert ihn, aber zu seinem Glück braucht er ihn nicht; und die unsinnigen Wörter wie Erbsünde und Unkeuschheit, die den Menschen nur vom Menschsein abhalten, hat er aus seinem Wortschatz gestrichen. Vielleicht wäre es ihm sonst so ergangen wie Zdenek Koziol in POLSKI BLUES, der an der Gottesfrage leidet wie einstmals der alte König Lear an der Machtfrage und genauso über die Felder rast, wer weiß? Die Wohnung der Eckerts wurde im Krieg zerstört, sämtliche Besitztümer mit; und mit nicht viel mehr als dem, was sie am Leib trugen, kamen auch Horst und seine Eltern nach dem Krieg in den großen Aussiedlertreck nach Westen. Hier, in der Nähe von Oldenburg, zwischen Läusen, Hunger und Kälte, wachte auch Papa Hannek wieder aus seinen Reichtumsillusionen auf und fand sich auf sich und sein Menschsein zurückgeworfen. Janosch erinnert sich heute mit Liebe an seinen Vater nach dem Krieg, wenn er mit ihm zusammen über die Felder betteln ging und versuchte, sich am Leben zu halten, denn Dinge zählen im Leben nicht, und wenn Hannek etwas beherrschte, so die Kunst, im Nichts zu überleben. Diese Kunst brachte er seinem Sohn bei, und um diese Kunst geht es auch in Janoschs Büchern. Daneben gibt es noch zwei weitere Künste, die Janosch heute beherrscht und die ihn erst zum Lebens- und nicht nur zum Überlebenskünstler machen: die Kunst des seligen Saufens und die Kunst des Essens. Mit offenen Sinnen kochen, auf die Zutaten achten, abschmecken und dann essen und genießen das lernte Janosch in Frankreich, wo es ihn in den Fünfzigerjahren hintrieb, und in jedem seiner Bücher hat er das thematisiert, in POLSKI BLUES genauso wie in HRDLAK, OH WIE SCHÖN IST PANAMA oder den Schnuddelbuddel-Geschichten; und das, so gibt er zu, ist vielleicht das einzige, was Uropa Piecha, der große Heilige in seiner ganzen Weisheit noch hätte dazulernen können. Und das selige Saufen beherrscht er seit etwa 25 Jahren, seit er auf Teneriffa lebt und am liebsten in der Hängematte liegt. Hier versucht er nun, sein Leben angenehm zu Ende gehen und sich von niemandem dabei stören zu lassen. Du darfst im Leben nichts zu verlieren haben, riet er mir. Ich halte mich daran. | Ni Gudix, Jahrgang 1975, ist freie Übersetzerin und Autorin und seit 1980 Janoschleserin. Sie arbeitet im Moment an der literarischen Janoschbiographie WO IST ONKEL POPOV?, die noch in diesem Jahr erscheinen soll. 1 JANOSZ EIN LEBEN WIE GOLD. Unveröffentlichtes Manuskript 2 GASTMAHL AUF GOMERA, Goldmann München, 1997; S. 41 3 GOMERA, S.67 4 HRDLAK, S.152 5 LEBEN WIE GOLD, unveröffentlicht 6 GOMERA, S. 118 7 GOMERA, S.122 8 LEBEN WIE GOLD, unveröffentlicht 9 GOMERA, S.44 www.janosch.de auf Deutsch LA FELICITÀ NELLA NEGAZIONE ![]() | Ni Gudix (BERLIN). Non si arrabbia piú. Arrabbiarsi è uno spreco denergia e le sue energie dovrebbero essere utilizzate per qualcosaltro. Qualora ci siano persone che vogliano assolutamente vedere in lui un idilliaco, se continuano a pensare a lui come quello dellanatra tigrata, che carino! allora sí, che restino fermi nellerrore della loro conoscenza limitata. Janosch non è un idilliaco e non lo è mai stato. Un idillio è una natura morta immacolata e da contemplare, senza problemi, senza anticonformismi, senza macchie. Un idillio è asettico, non vissuto. I personaggi di Janosch vivono invece, e come: sono esseri umani, non figure, hanno i calzini bucati e le scarpe sudicie, compiono errori e imparano da questi. In Janosch è estremamente importante proprio landare fuori dagli schemi. I personaggi da lui descritti sono outsider che mal si adattano al modello di idillio precedentemente illustrato, semplicemente perché sono diversi: il signor Josef è un corvo, lo zio Popov sa volare, Gresok è un cuculo, Bernhard Schäbel è un coniglio, e Denti di leone e Zampa felpata sono tuttaltro quello che i loro nomi prometteno... Tuttavia loro ce la fanno, e meglio delle persone normali, e questo è il lato piú bello degli anti-idilli di Janosch: la felicità sta nella negazione. Impara a ribellarti, rifiutati! Non solo di fronte alle autorità, ma anche alle superficialità e alle formalità comunicative prive di senso. Apri gli occhi e chiudi il becco! Tieni la testa in movimento! Resta sulla scia dei tuoi sogni, non mozzarti mai le ali! E impara a prestare attenzione alle piccole cose, guarda nelle fessure, nelle nicchie e dietro le facciate. Trova, non cercare! Gli anti-idilli di Janosch: la felicità sta nella negazione. È lunga la strada che porta alla felicità della negazione, alla consapevolezza di quanto poco in realtà lanima abbia bisogno per gioire. Janosch è andato là. La via piú lunga è la strada piú breve per tornare a casa dice un vecchio proverbio irlandese cosí, come la piccola Tigre e il piccolo Orso alla fine della loro inutile odissea a Panama ritornano a casa dove due soli li attendono, anche Janosch è (idealmente e non materialmente) tornato là, dove tutto ha avuto inizio: nel silenzio, dove nessun futile blablà appesta laria o nessun inutile ciarpame disturba la quiete. Che la vita possa essere pura magia, che si possa vivere con quasi nulla e ciò nonostante essere felici e fiduciosi e che volare funzioni: questo Janosch lha già imparato nei suoi primi anni di vita, col passare del tempo lo ha anche perso di vista ma non lo ha mai dimenticato. Ora che Janosch è ormai vecchio, con la barba bianca e spiegazzata e con le rughe attorno agli occhi ammiccanti, risulta chiaro piú che mai da dove vengono tutte le sue fantasie, zio Popov, Antek Pistola, Talpetto, il signor Josef: da quel nido della Sclesia, una volta ultimo angolino di territorio tedesco. Discendenti tutti quanti del grande Jacob Piecha. Janosch nacque l11 Marzo 1931 a Hindenburg. La città, oggi nota col nome Zabrze, si trova nel mezzo della Sclesia ed è raggiungibile in 20 minuti col tram 5 da Gliwice o con altri tram, che proseguono verso Cracovia attraversando Ruda, Chorzow e Katowice. Una volta, dietro Hindenburg finiva il territorio del Reich tedesco: barriere, confini, controlli; e poi foresta, terra a maggese, campi e polacchi-russi. La madre si chiamava Jadwiga Glodny, il padre Hans Hannek Eckert, e tutti gli antenati erano polacchi Hannek tuttavia, che da subito aveva simpatizzato con i nazisti, si fece arianizzare, per non compromettere il futuro del figlio cosí come il suo , poiché Hitler non lasciò alcun dubbio su come avesse in mente di trattare le razze inferiori, e pertanto anche i polacchi. Il bambino fu battezzato col nome Horst, da Horst Wessel, e gli fu severamente vietato alcun rapporto con i nonni paterni, affinché non imparasse il polacco; con lui si parlava in tedesco, e anche i nonni materni, dai quali il piccolo Horst visse a causa dellallontanamento dalla casa degli Eckert, si sforzarono di evitare qualsiasi espressione polacca e di parlare solo in tedesco. Il nome Horst Immanuel sta nella mia gola come una mela avvelenata, dice Janosch. Come ci si può identificare con un nome che non contiene assolutamente niente di giusto? Cosa significa identificarsi? Essere fissato, catturato in una sagoma che non ti appartiene, imposta da altri. Presentarsi con io sono è veramente sbagliato, poiché chi siamo, non è certo il nome a definirlo? Tu sei un senzanome, nato per sbaglio. Nessun Polacco poteva pronunciare il nome Horst. La nonna Glodny chiamava il ragazzo Chothek, laltra lo chiamava affettuosamente Chopku o Tutu. E in seguito era soltanto Janosch, ispirato dallo zio Janoszka. Questa non era certo unidentità, ma di sicuro unancora di salvataggio rispetto a Horst Immanuel. Anche i suoi due storici alter ego portano con sé il peso dei nomi: in «Cholonek o il santo Padre dargilla» si manifesta la maledizione cosmica del nome con Adolf Detlef Cholonek, e in «Che fortuna avere conosciuto Hrdlak» il poveraccio si chiama Norbert Mainka Timoroso di Dio. Chi vuole conoscere un autore, deve leggere i suoi libri. Poiché in questi lautore, anche se si impegna, non può nascondersi, solo il lettore può essere cieco e sordo, dice Janosch. Chi prende a cuore questo consiglio, conosce non solo lautore, ma anche se stesso e comprende i fondamenti degli incantevoli libri per bambini di Janosch. Fondamentali per lautore sono stati i primi 3 anni di vita: In questo periodo fu regolata lora, a partire da cui la sua vita sarebbe iniziata. Quasi tutto quello che so sulla vita, lho appreso in questo periodo, dopo non è accaduto molto, e quello di cui ancor avevo bisogno, avrei dovuto scoprirlo piú tardi. I primi 3 anni di vita, che lautore trascorse dai suoi nonni materni e dal suo bisnonno Jacob Piecha nella zona delle miniere di Ciupkareihe, dove scorre il fiume Czarnawka, sono descritti dallo stesso Janosch come i piú felici. In quel periodo sapevo volare, come si evince dai miei libri; e tu mi chiedi quale sia il centro del mondo: è questo muro di mattoni dietro la casa dove abitavano i miei nonni. Il nonno Glodny era spazzino, ubriacone saltuario e avversario in guerra; non parlava spesso e sfumacchiava continuamente la sua pipetta russa. Il bisnonno Piecha era piú biblico di mio nonno, parlava poco, o meglio per niente, e usciva fuori con quasi nulla addosso: un cappello di pelle di montone, un paio di stivali, un abito, una stampella, la pipetta mahorka e un sorso di grappa ogni mattina. Quello che Chotek imparò qui, diventò parte integrante del suo carattere; ed è esattamente da qui, a Zabrze-Poremba, poco prima di Ruda, che provengono tutti i suoi personaggi. Ho visto Ludku Cholonek lasciare i suoi stivalacci sul mucchio di scorie, Lukas Kümmel recarsi al Czarnawka a gettare il suo lerciume, e Hrdlak correre grossolanamente con il cane e trascinare le bretelle tra le rovine della vecchia Ciupkareihe e strizzarmi locchio... Lepoca di Hitler portò con sé decisivi cambiamenti: Hannek, fino a quel momento furbastro polacco con tanto spirito in corpo, ma pochi soldi in tasca, aprì un negozio di tessuti e contò, anche grazie agli spazi ottenuti a buon prezzo e al materiale appartenente al precedente proprietario ebreo che fu espropriato, di arricchirsi velocemente, ciononostante il piano non funzionò. Sicuramente si trasferì in una casa piú grande, si comprò unauto, mentre suo figlio Chlotek visitò sempre piú sporadicamente nonno Glodny e il bisnonno Piecha. Hannek si vestiva alla moda, con bombetta e scialle di seta, e la madre comprava ormai i vestiti alla boutique Palluch. Hannek non aveva la minima intenzione di essere un morto di fame; voleva mostrare a tutti chi era, e cosa aveva, insomma che niente del suo passato fosse piú rimasto. E Chotek? Veniva rimpinzato di cioccolata e giocattoli, ma poi di nuovo picchiato. Non crebbe, rimase debole, piccolo e pauroso; e il padre provvide a fargli passare dalla testa un paio di decenni di magia con il suo impeto da alcolizzato e con la frusta. Il mio maggiore disgusto è sempre stato per i Herrenmenschen, la razza superiore. Se lessere umano è davvero creato a immagine e somiglianza di Dio, che cosè allora Dio? Fa una brutta figura, non è vero? Allepoca di Hitler si sviluppò anche lanarchia di Chotek. Sono nato un inguaribile anarchico. Ogni esercizio di potere mi è del tutto estraneo, dichiara oggi. Per qualche anno si trasferì a Parigi, a Monaco e seguì poi degli hippie spagnoli, si occupò di beat, filosofia, nonconformismo, buddismo Zen e delle teorie delle ribellioni studentesche e riusciva a svelare prontamente come anche si nota nei suoi libri, in particolare in «La moglie di Schäbel» il lato vero e quello pseudo delle subculture. Allora, quando era un bimbo a Hindenburg prima e durante la seconda guerra mondiale, percepiva istintivamente che erano gli ingiusti ad avere sempre qualcosa da dire e che dovendo compiere quello che gli dettavano, era necessario che non perdesse comunque la ragione. Qui si cela anche la ricerca del famoso idillio in Janosch, poiché in realtà un idillio è stato cosa i nazisti speravano in ultima analisi di ottenere con le loro tesi di selezione razziale, coercizione di gruppo e omologazione, una volta eliminati gli ebrei, i poveri, i pazzi, i deboli e tutti gli altri elementi di disturbo per lasciar scorazzare fra i prati solo persone dai capelli biondi, sorridenti e felici... Hannek disprezzò i poveri e i lavoratori da quando lui stesso divenne un imprenditore, e sua moglie gli impose di non far frequentare a suo figlio certa gentaglia. Con questo desiderio veniva intesa non solo la povera famiglia di Hannek, ma anche la gente come Gresok, un tonto, un valido bracciante folle, che non fece male a una mosca, e che per un salario da fame lavorava per chiunque come manovale e occasionalmente badava anche al piccolo Chotek e poi pestato dalla Gestapo, fu torturato e ucciso Eh sí, avranno avuto i loro motivi, da certa gente non si può mai sapere: qualcosa del genere deve aver detto nonna Glodny, riferito dalla signora Schwientek in «Cholonek», e tali scene sono quelle che nei romanzi di Janosch fanno accaponare la pelle, fino alla nausea. Cosè che si sbaglia quando inermi ci si ingoia non solo le ideologie di dominanza e sudditanza, bensí si sta anche a guardare immobili come queste ideologie vengono applicate? E che ha da cercare Dio in un tale mondo antropofobico? Il mio maggiore disgusto è sempre stato per i Herrenmenschen, la razza superiore. Se lessere umano è davvero creato a immagine e somiglianza di Dio, che cosè allora Dio? Fa una brutta figura, non è vero? No, Janosch non è arrabbiato con i suoi genitori, che nei primi anni di vita gli hanno soprattutto inculcato paura, paura per le risse, per Dio, per linsegnante, per i militari che con gli stivali potevano prendere a calci gente come Gresok non conoscevano altro, poiché erano cresciuti anche loro con precetti quali peccato e pena, giusto e sbagliato, onore e vergogna e i dieci comandamenti. Tuttavia Janosch ha rifiutato di credere in un Dio, cosí come ha evitato di impossessarsi di ogni ideologia universale che avesse a che fare con il potere. Dio ha allora rovinato gran parte della sua gioventù; invece oggi gli è amico, si burla di lui, lo critica, ma per sua fortuna non ha bisogno di lui; e le parole prive di senso come peccato originale e lussuria, che allontanano le persone dallessere umano, le ha cancellate dal suo vocabolario. Altrimenti gli sarebbe probabilmente capitato come a Zdenek Koziol di «Polski Blues» che soffre alla domanda su Dio, come accadde già al re Lear alla domanda sul potere, e che corre attraverso i campi come un pazzo, chissà? La casa degli Eckert fu distrutta in guerra, con tutta la proprietà; e solo con quello che avevano addosso anche Horst e i suoi genitori partirono, dopo la guerra, con il grande esodo verso Ovest. Qui, vicino a Oldenburg, tra pulci, fame e freddo, papà Hannek si risvegliò anche lui dallillusione di ricchezza e si rimise in gioco come essere umano. Janosch oggi ha un ricordo bello del padre dopo la guerra, quando con lui si recava sui campi a elemosinare e tentava di mantenersi in vita senza contare sulle cose, tutto sommato futili, e imparando dal padre larte di sopravvivere con niente. E questarte sta alla base anche nei libri di Janosch. Inoltre ci sono ancora due tipi darte che Janosch ancora oggi possiede e che lo rendono unartista di vita, oltre che di sopravvivenza: larte del bere e larte del mangiare. Cucinare con passione, fare attenzione agli ingredienti, assaggiare e poi mangiare e goderne questo Janosch lo apprese in Francia dove si trasferì negli anni 50 e che ha tematizzato in tutti i suoi libri, in «Polski Blues» cosí come in «Hrdlak», «Oh, come è bella Panama» o in tutte i racconti di Talpotto; e questo, ammette, è lunica cosa che il bisnonno Piecha, il santuomo che nella sua saggezza avrebbe dovuto imparare. E larte del buon bere lha fatta propria da circa 25 anni, da quando vive a Tenerife sdraiato su unamaca. Qui prova a trascorrere gli ultimi anni della sua vita comodamente e senza farsi disturbare da nessuno. Nella vita non devi perderti nulla mi consiglia. E io cosí farò. | Ni Gudix, del 1975, è autrice e traduttrice free lance e dal 1980 lettrice di Janosch. Al momento lavora alla biografia letteraria di Janosch, dal titolo «Dovè zio Popov? che andrà in pubblicazione questanno. | Traduzione: Mario Nicolosi e Monica Marotta |