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| kolumne DER PRIVATSTUDENT OUVERTÜRE | Was nichts kostet, kann nichts taugen, pflegte mein geschätzter Herr Vater zu kommentieren, sobald sich in meinem ehrenwerten Elternhause eine Debatte zur öffentlichen Hochschullandschaft entspann. Dies bildete jedoch nur das Fundament der vielfältigen Gründe, die mich die angenehme Lokalität für meine studentische Ausbildung selektieren ließen: Eine der drei angesehensten privaten Wirtschaftshochschulen Deutschlands. Von der trockene Hörsaalluft und dem unwürdige Gedrängel um die abgezählten Häppchen des staatlichen Bildungsbüffets blieb ich so Gott seis gedankt verschont! Statt zwischen einer beängstigenden Anzahl unbekannter Gesichter weile ich hier (bis auf einige Arbeiterkinder) ausschließlich unter meinesgleichen. Und das ist durchaus angebracht. Denn meine Hochschule ist beileibe keine ordinäre Bildungsanstalt. Sie ist mein Leben. Ich verehre ihre Lehre und respektiere ihre Werte. Einige ihrer Mitarbeiter ersetzen mir zu großen Teilen meine Familie, welche ich nur noch selten zu Gesicht bekomme. Meine Schule hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin: Teil der Elite, welche in Kürze die Geschicke dieses Landes lenken wird. Für dieses Opfer erwarte ich nicht mehr von der staatlichen Studentenschaft als ein Mindestmaß an Respekt. Ich danke im Voraus! Graf Koks von Stetten |