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ERSCHEINUNGSFORMEN DES LIBERALISMUS

   (7. September 1937)

   Wenn man genau weiß, daß jemand im Unrecht ist, und sich doch mit ihm nicht prinzipiell auseinandersetzt, sondern um des lieben Friedens und der Freundschaft willen darüber hinwegsieht, weil es sich um einen Bekannten, einen Landsmann, einen Schulkameraden, einen intimen Freund, einen, den man liebhat, einen alten Arbeitskollegen oder einen alten Untergebenen handelt, oder wenn man, um das gute Einvernehmen mit ihm zu wahren, die Frage nur flüchtig streift, ohne ihre gründliche Lösung anzustreben — aus all diesem ergibt sich dann ein Schaden sowohl für das Kollektiv wie für den Einzelnen —, so ist das eine der Erscheinungsformen des Liberalismus. Andere hinter ihrem Rücken verantwortungslos kritisieren, statt sich mit positiven Vorschlägen an die Organisation zu wenden; jemandem seine Meinung nicht offen ins Gesicht sagen, sondern hinter seinem Rücken klatschen oder statt in der Versammlung das Wort zu ergreifen, dafür hinerher schwatzen; keine Grundsätze des Gemeinschaftslebens achten und sich völlig frei gehen lassen — das ist eine zweite Erscheinungsform. Möglichst weit von sich weg schieben, was einen nicht selbst betrifft; am besten möglichst wenig sagen, selbst wenn man genau weiß, was falsch ist; um die eigene Haut besorgt sein, nur darauf achten, daß man nicht getadelt wird — das ist eine dritte Erscheinungsform.

| Mao Tse-Tung