|
DER UNTERTAN Prof. Rabehl tries to conceal his nationalistic ideas behind a scientific critique. An embarassing stain on the reputation of the political instute OSI of the Freie Universität Berlin... ![]() Prof. Rabehl (Webfoto) | Isaac Risco (BERLIN). Daß die NPD keine faschistische Partei sei, hat jüngst Bernd Rabehl behauptet, Noch-Dozent am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin und gefragter Gastredner der sächsischen Fraktion derselben politischen Gruppierung. Im März diesen Jahres hatte er die Salven seines so postulierten wissenschaftlichen Ansatzes öffentlich abgefeuert: In der Deutschen Stimme, einem rechtsnationalen Presseorgan, sprach er von einer Minderheitendiktatur der etablierten politischen Parteien, die die Zerstörung der nationalen Identität und die Hegemonie der Fremdmächte über die deutsche Nation zum Ziel hätten. Gar von der regen Aktivität ausländischer Geheimdienste in der Bundesrepublik war die Rede, die permanent dazu beitrügen, jedes Aufkommen von nationaler Selbstbesinnung oder Auflehnung gegen das System im Keim zu ersticken. Es sind aber nicht nur solche abstrusen letztendlich in Variationen doch geläufige Verschwörungstheorien, die das Rabehlsche Denken ausmachen, sondern ihre wissenschaftlich anmutende Verpackung, die den Anspruch auf eine Form der Sozialkritik gar im Geiste der Frankfurter Schule erhebt. Die politischen Parteien, ganz egal welcher Couleur, seien allesamt stromlinienförmig vom System einverleibt und damit verharmlost worden. Er selbst sei ein antiautoritärer Denker, der das Denkverbot der Staatsobrigkeit gegen nationale Bestrebungen nicht akzeptiere. Überhaupt scheint Rabehl einzig die Idee des nationalen Volkskörpers kritiklos verinnerlicht zu haben und spricht daher allein der NPD als Vertreterin authentisch nationaler Interessen die Fähigkeit zu, das verfaulte System zum Kippen zu bringen. Der Erfolg der Partei sei davon abhängig, ob sie sich von nationalsozialistischen und rassistischen Positionen fernhalten könne, was sie sonst für den sich als wissenschaftlich gebenden und staatlich subventionierten Antifaschismus angreifbar mache. Die nationale Befreiung sei im Übrigen schon ein Anliegen der linken Studentenbewegung um Rudi Dutschke gewesen, sagt einer, der 1968 auf dieser Seite gestanden hat. So gelingt ihm noch das Kunststück, seinen Spurt von links nach ganz rechts als Kontinuität darzustellen. Es geht also bei Rabehl keineswegs um schnöden Rechtsradikalismus, sondern um einen ordentlichen, fest sitzenden Nationalismus. Ein Nationalismus, den er mit einer dünnen Verschnitt der Kritischen Theorie zu untermauern sucht: Kritisches Denken gegen Staatsobrigkeit und Macht, noch im Sinne Adornos, sehr wohl aber ein kritisches Denken im Dienste des Nationalismus, der auch am Anfang der Katastrophen des 20. Jahrhunderts stand. Eine Kritik, die zum Untertan nationalistischen Gedankenguts verkommen ist. |