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bologna process DIE AKADEMISCHE FARCE GEHT IN DIE 5. RUNDE The Bologna Process continues according to the dictate of the big multinational corporations: GATS . | Karl-Heinz Kloppisch (BERLIN). Als am 25. Mai 1998 die Bildungsminister von England, Frankreich, Italien und Deutschland im Rahmen der 800-Jahrfeier der Sorbonne in Paris die Absichtserklärung für die Schaffung eines harmonischen Hochschulraumes Europa unterzeichneten, hatte nur eine Handvoll handverlesener Handlanger eine vage Vorstellung, welche Ausmaße der soeben angeschobene Re- und Deformierungsprozeß in Europa erreichen sollte. Nach zwei Folgekonferenzen, einer Vielzahl von Erklärungen und teils radikalen Veränderungen fischt inzwischen auch der Endverbraucher des Schlamassels, der europäische Student, nicht mehr völlig im Trüben. Dieses Jahr ist es soweit, und die elitäre Riege um Bulmahn, Ricevuto und Fillon wird sich in Bergen am norwegischen Fjord die Hände schütteln und die nächsten Überraschungen planen. Hinter verschlossenen Türen versteht sich. Dem Spektakel beiwohnen dürfen lediglich Vertreter der Presse und eine kleine Auswahl von Gewerkschaftsfunktionären und Studentenvertretern. Denen opfern die Herren und Damen Minister zwar ein halbes Gehör, ihre Hände bleiben jedoch gebunden. Schließlich hat man ein genaues Bild des von Attraktivität und Harmonie triefenden Hochschulsystems, welches man bis 2010 Wirklichkeit werden lassen will, um endlich global wettbewerbsfähig zu sein und die akademische Elite vor allem vor den USA meistbietend aufzukaufen. Zwar wird der Hochschulbildung einstimmig als öffentliches Gut gehuldigt, die zunehmende Kommerzialisierung geht jedoch auf nationaler Ebene ungestört voran. Dabei ist sie durch die Förderung des wirtschaftlichen Engagements, die Einführung von Studiengebühren und nicht zuletzt das General Agreement on Trades and Services (GATS) schon längst Realität geworden. Der Rohstoff Mensch ist in den Kreislauf der Kapitalbildung eingeflossen und wird ganz im Sinne der Marxschen Theorie zur Produktion von Mehrwert verwendet. Dabei spielt weniger eine Rolle, wann die Ressource erschöpft ist, sondern wieviel Nachschub es gibt. Deshalb wird die Abbrecherquote der Studierenden auch eher als Gewinn verstanden, da man an ihr ablesen kann, wer als Scheinstudent bereits im bürokratischen Sumpf stecken bleibt und an den als minimal einzustufenden finanziellen Anforderungen scheitert. Bachelor kann die zukünftige akademische Elite inzwischen jedenfalls buchstabieren und sie weiß auch, was ECTS bedeutet. Bei Begriffen wie Selbstbewußtsein und Kadavergehorsam hingegen, wird zum Duden oder zum dicken Bertelsmann gegriffen. Aber welcher global player braucht solches Wissen schon in dieser schnellebigen Welt, reicht es doch aus, auf die Masse zu hören und mit dem Strom zu schwimmen. Die demokratischen Entscheidungen in Bergen und deren Auswirkungen auf den eigenen Werdegang sind nur schwer zu beeinflussen. Zu beginnen ist zunächst auf nationaler Ebene mit passivem Widerstand. | references: www.bologna-bergen2005.no; www.bologna-bergen2005.no/Docs/00-Main_doc/030919Berlin_Communique.pdf | WORK|OUT Links: Bologna Process |