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HOHLER SPIEGEL

In Germany tuition fees in public universities will soon be introduced. And just in time the white-bread highschool mag of “Der Spiegel” from Hamburg praises the successful careers of people who have not finished their studies.



   | Jan Henning Rogge (Berlin). Pünktlich zur Einführung der Studiengebühren überrascht uns der „UniSpiegel“ mit einer frischen Geschichte über Studienabbrecher.
   Lauter deutsche und internationale Geistesgrößen sind auf dem Titelbild zu sehen, mit der Schlagzeile „Wir haben abgebrochen“. Von Unterhaltungsterroristen wie Sabrina Setlur, Anke Engelke, Stefan Raab und Til Schweiger bis zu den ganz erfolgreichen Helden der Konsumentenverarschung wie Bill Gates, Wolfgang Joop und Roland Emmerich sind sie alle dabei. Sogar zwei Normalos wie Sarah Strohschein, die sich heute in einer schicken Werbeagentur herumtreibt, und Michael Micko, jetzt Systemplaner bei Ikea, haben den Abbruch überlebt, so der „UniSpiegel“. Das ist schön. Aber ist es denn auch relevant? Ein Volk von Deppen wächst heran und ein Magazin, das auf sich hält, sagt uns, daß wir auch mit Halb- oder gar keiner Bildung fette Kohle machen können. Karnickelkacke! Oder sollen wir das etwa als Trostnachricht verstehen? Sollen wir wie die Teenies unser Heil in der Anbetung von B-Prominenten suchen? Schau her, die sind genauso blöd wie ich und haben Millionen! Sicher, der Universitätsabschluß ist nicht alles. Aber wenn ein ehemals als seriös einzustufendes Blatt daherschwadroniert, daß die Handels- und Dienstleistungsbranche Hochschulflüchtlinge mit Kußhand aufnimmt, daß Arbeitsagenten von Abbrechern als „Abiturienten mit Hochschulerfahrung“ sprechen, dann dämmert’s einem doch langsam, wohin die Reise geht. Es kommt der Aufforderung gleich, mit geschlossenen Augen vor die Wand des Arbeitsamtes zu rennen — statt wie ein ausgebildeter Absolvent die Tür zum Arbeitsmarkt zu benutzen.