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DER LETZTE SCHREI

How fashionable it is to be a nazi — and how nazi it is to be fashionable.

   | Isaac Risco (Berlin). Neulich traf ich im Prenzlauer Berg flüchtig auf einen Pulli mit NPD-Aufschrift. Auf dem Bahnhof Eberswalder Straße kam er mir rhytmisch stolzierend entgegen, schwarzer Hintergrund, weiße Lettern, die schräg stehend sich auf den Schriftzug „Die Nationalen“ stützten. Er hing lose im regnerischen Vormittag, trotz seines sicheren Ganges schien er ein bißchen verloren, drehte sich unsicher in die eine und in die andere Richtung. Dann trug er noch einen unauffälligen jungen Menschen in sich, dessen Blick meinem folgte, wie er an der vorbeigehenden Aufschrift haften blieb. Eigentlich wäre er mir ohne den Pulli nicht aufgefallen, dieser Mensch, dessen Blick keine Verachtung oder Ähnliches ausdrückte — allerhöchstens forcierten Stolz, der Selbstbewußtsein repräsentieren sollte und eher das Gegenteil zeigte. Ein Nazi? Keine Bomberjacke, keine Springerstiefel, keine Hakenkreuzbinde — nicht einmal kahl geschoren war er. Das Entscheidende war der Pulli, dachte ich, die NPD-Aufschrift, die so langsam an mir vorüber ging... Aus ihr ging dieses Unheimliche hervor. Erst ein paar Straßen weiter kam ich auf den anderen Gedanken, es war nicht der Pulli, der Blick war das Problem, was mir sonst nicht aufgefallen wäre: ein gefährlich angepaßter Mensch — mit Modebewußtsein.