|
DIE BESSERE EUROPÄERIN Freedom starts in your mind: 11/9 blew no smoke in the eyes and ears of Susan Sontag. Until her death she did not fear the truth about war mongers, manufacturing of consent and the loss of civil rights. ![]() Foto by Annie Leibovitz | Anna Haase (Berlin). Die Vorstellung von einem sanften, einfachen Tod ... ist Teil einer Mythologie über Krankheiten, die nicht erbärmlich, demütigend oder schmerzlich sind, schreibt Susan Sontag 1989 in Aids and Its Metaphors. Am 28. Dezember 2004 erreicht uns eine nüchterne Agenturmeldung: Das New Yorker Krebszentrum Memorial Sloan Ketterin gibt bekannt, daß Susan Sontag im Alter von 71 Jahren gestorben ist. Die streitbare linksliberale Intellektuelle und scharfe Kritikerin des Irak-Krieges galt als das moralische Gewissen Amerikas. Vom Vietnamkrieg bis zur Bush-Administration schrieb sie an gegen die US-Politik. Und wenn man das Wort, feige in den Mund nimmt, dann sollte es besser auf jene angewandt werden, die Vergeltungsschläge aus dem Himmel ausführen, und nicht auf jene, die bereit sind, selbst zu sterben, um andere zu töten. (FAZ, 11.10.2001). Neben ihrem literarischen Schaffen wurde sie vor allem durch ihre Essays bekannt. Sie selbst verstand sich als europäischste unter den amerikanischen Schriftstellern und Schriftstellerinnen. Seit den 60er Jahren setzte sie sich kritisch mit Kunst und Literatur auseinander, schreibt aber auch über Krankheit, Pornografie und das prämenstruelle Syndrom. Für ihr bemerkenswertes Buch über Kriegsfotografie Regarding the Pain of Others erhielt sie 2003 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. |