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| PERU EINE FRAGWÜRDIGE UNI The breakdown of a private university in Peru | Isaac Risco (Lima). In Peru wurde neulich eine illegal funktionierende private Universität in der Hafenstadt Chimbote aufgedeckt. Wie die Asamblea Nacional de Rectores (peruanischer Hochschulrat) recht spät mitteilte, arbeitete sie ohne staatliche Genehmigung. Die von ihr angebotenen Abschlüsse hätten insofern keine Gültigkeit. Was die Sache aber gravierender macht: Dies könnte in der jetzigen Situation kein Einzelfall bleiben. Denn würde man lediglich nach der Zahl der neu gegründeten Unis in Peru während der letzten Jahre urteilen, käme man zum Ergebnis, dort findet zur Zeit eine Art Bildungsrevolution statt. Allein jetzt befinden sich 19 Universitäten landesweit im Institutionalisierungsprozeß, 24 funktionieren zunächst nur mit vorläufiger Genehmigung. Hinzu kommen die 54 bereits institutionalisierten Hochschulen. Das alles weist aber vor allem auf eine Entwicklung hin, in der die Etablierung von Hochschulen von ihrer wirtschaftlich profitablen Seite die wesentliche Rolle spielt. Die Bildung ist die Zukunft eines Landes, lautet eine wohl fundierte Prämisse der globalisierten Wissensgesellschaft. Nur haben dies in Peru womöglich die falschen Leuten auf die falsche Art interpretiert. Denn in einem Land, das sich bessere Zeiten von seiner Zukunft verspricht, sind die Verheißungen dieser Zukunft selbst zum Geschäft geworden. Ein ehemaliger Minister, unter dem autoritären Fujimori-Regime für Wirtschaft zuständig, kam beispielsweise nach seiner Politkarriere auf die wirtschaftlich tadellose Idee, eine neue private Hochschule in Lima zu gründen, in die die Studiengebühren der kleinen, gut situierten peruanischen Oberschicht fließen können. Weil der Markt indes aber groß ist, sorgen auch andere tüchtige Geschäftsleuten für Alternativangebote, die die Ressourcen des Marktes erschließen und ein Bildungsangebot für jedes Einkommen zurecht meißeln damit hat jeder nun die Möglichkeit, seinen Geldbeutel für eine häufig mehr als fragwürdige Ausbildung zu leeren. Im spezifischen Falle der Universidad Privada Los Ángeles aus Chimbote war das Gefälle zwischen der wirtschaftlichen Überlegung und den tatsächlich angebotenen Pseudo-Hochschulinhalten letztendlich eklatant. Bei ihr dürfte im Nachhinein nur noch die Frage zu klären sein, was nun mit den bereits gezahlten Gebühren der immatrikulierten Studenten geschehen wird. Von der in das Studium investierten Zeit ganz zu schweigen. |