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NOTIZEN
Projekttutorien ade
Ruhmreiche Einführung, lautloser und trister Abgang: 1989 gingen an der FU Berlin die Projekttutorien aus Studentenstreiks hervor, die jedem Student Gelegenheit boten, ihre pädagogischen Fähigkeiten an eigenen Interessen zu erproben. Das, was nach Ansicht der Studenten auf dem Vorlesungsplan fehlte, sollten sie selbst in Form eigener Lehrveranstaltungen anbieten. Nun hat der Akademische Senat der FU Anfang Juni die Abschaffung der Tutorien beschlossen, mit fünfzehn zu fünf Stimmen, wie es heißt. Eine für das Projekt zuständige Kommission kritisierte später nicht nur die Entscheidung, sondern auch den mangelnden Widerstand der Studis.
Langzeitstudenten
Der Beweis, daß ein langes Studium oft nicht mit mangelnder Motivation oder gar Faulheit zu tun hat, lieferte neulich der berühmte Filmregisseur Steven Spielberg in Kalifornien, wo er seinen Abschluß nach langer Studienzeit (vor 33 hatte er die vorübergehend letzte Lehrveranstaltung bei den Filmwissenschaftlern besucht) an der Staatlichen Universität nachholte. Zwischendurch hat er pausieren müssen, um einige Oskar-gekrönten Filme beizusteuern. Also aufgepaßt! Kreativität läßt sich eben nicht von Regelstudienzeiten oder Finanzkürzungen aus dem Rhythmus bringen.
Krisenspiel
Seit 1994 gibt es sie, die Krisenspiele: jedes Sommersemester organisieren die Studenten des Otto-Suhr-Institutes der FU das sogenannte Krisenspiel, das eine aktuelle internationale politische Krise simuliert. Die darstellenden Studenten werden hundert Tage in die Zukunft versetzt, wo sie nach einer fiktiven zugespitzten Entwicklung in die Rolle der entsprechenden Politiker schlüpfen und Entscheidungen treffen müssen. Ob Sudan, Afghanistan, Nord- und Südkorea, oder der Nahe Osten: Jede Besorgnis erregende Situation der Weltpolitik läßt die Studenten über den möglichen Ausgang grübeln. Der Anlaß dieses Jahres war die politische Lage in Somalia.
Weitere Infos zum Projekt unter: www.krisenspiel.de
Germans dontt study
Zwar stieg die Studierquote in Deutschland in 2002, die Anzahl der ein Studium aufnehmenden Schulabgänger eines Jahrganges, auf 32,4 Prozent. Dennoch bleibt Deutschland laut einer OECD-Studie im internationalen Vergleich hinten: In Neuseeland studieren 70 Prozent pro Altesjahrgang, in Holland und Polen jeder zweite und selbst in den USA und Großbritannien noch 40 Prozent. Hinzu kommt, daß in Deutschland relativ viele ihre Ausbildung ohne Abschluß abbrechen und relativ wenige die Schule mit Hochschulreife oder Fachabitur verlassen.
Uni-Bibliothek Potsdam verstümmelt
Ohne das Bund-Länderprogramm für ostdeutsche Bibliotheken ab 2003 wird die Bibliothek der Uni Potsdam auf zwei Drittel ihres aktuellen Etats verzichten müssen. Während nach Prorektor Dieter Wagner mindestens 1,1 Millionen Euro zusätzlich für die Bücherbeschaffung pro Jahr nötig sind, hält die SPD-CDU-Koalition 450.000 Euro im nächsten Jahr für ausreichend. Wer weiß? Vergleichbare Hochschulen erhalten 1,6 Millionen Euro für ihre Literaturversorgung.
Gründet Stiftungen!
Die beiden italienischen Hochschullehrer Barbara und Piergiuseppe Scardigli haben in Frankfurt die European Foundation for the Advancement of the Humanities gegründet. Die Stiftung soll laut Frankfurter Rundschau die geisteswissenschaftliche Beschäftigung mit historischen und zeitgenössischen Fragen des europäischen Kultturraums fördern und deren europäischen Charakter unterstützen. Eine nachahmenswerte Initiative.
Mehr Ausländer
Laut der in Bonn am 24. Juni vorgestellten Studie des DAAD Wissenschaft weltoffen ist die Zahl ausländischer Studenten in Deutschland wieder stark gestiegen. Nach einem starken Rückgang in den neunziger Jahren wegen rechtsextremer Angriffe und teilweise schlechter Studienbedingungen stieg die Zahl in den letzten fünf Jahren um knapp ein Viertel auf 187.000, damit ist jeder zehnte Studierende in Deutschland ein Ausländer. Das Auslandsstudium in England und den USA ist jedoch noch immer zwei- bis dreimal attraktiver.
Mehr Praktika für Ausländer
Im Rahmen der Zusammenarbeit des Deutschen Akademischen Austauschdiensts mit IAESTE, der International Association for the Exchange of Students for Technical Exchange, stehen in diesem Jahr 300 Praktikumsplätze für Ausländer in Deutschland bereit als im vergangenen Jahr, insgesamt 1500. Im Gegenzug können im Rahmen der Kooperation 900 Deutsche in unseren Partnerländern ein Praktikum absolvieren.
Junge Forschung online
In dem Onlinemagazin www.sciencegarden.de, das ehrenamtlich von den Gewinnern des Deutschen Studienpreises geschmissen wird finden sich und werden gesucht: Berichte und Reportagen, Wissenschafts- und Hochschulthemen, Essays und Tips zur Forschungsförderung und mehr. In einem Forum kann diskutiert und Mail-Kontakt aufgenommen werden.
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