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ausgabe 07
 
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HILFE BEI ASYL

   | LW. Asyl zu suchen ist gewiß kein Vergnügen. Die bundesdeutsche Asylpolitik scheint davon aber auszugehen. Es liegt doch auf der Hand, Asylsuchende denken sich aus, daß in ihrer Heimat Faschismus herrscht, gefoltert, vergewaltigt, mundtot gemacht wird! Jedem von uns würde eine solche Erfindung sicher leichtfallen.
    Die Hürden für Asylsuchende sind hoch. Für die Anträge und Anhörungen sind im Bundesamt für Flüchtlinge keine Richter, sondern juristisch unqualifizierte Einzelentscheider zuständig, die unter großem Zeit- und Erfolgsdruck stehen. Der einzige Rechtsweg, der bleibt, wenn ein Asylantrag abgelehnt wurde, ist eine Klage beim Verwaltungsgericht, und bis dort entschieden wird, können Jahre vergehen — weil die Lage im Herkunftsland sich ja in der Zwischenzeit verbessern könnte... In dieser „Zwischenzeit“ ist der Flüchtling in einer peinvollen Situation: er ist nur „geduldet“, er darf nicht arbeiten und hat Residenzpflicht, d. h. er darf die ihm angewiesene Region nicht verlassen, und über ihm schwebt bedrohlich ein anonymes bürokratisches Damoklesschwert: die Abschiebung.
    Hilfe bietet die Asylgruppe von Amnesty International für Berlin und Brandenburg. Flüchtlinge bekommen hier Rechtsberatung, Unterstützung zum Asylantrag, werden auf die Anhörung vorbereitet, kurz, alles, wofür sich die meisten Anwälte zu schade sind. Das ist ein Tip nicht nur für Jurastudenten: Statt über „Karriereberatung“ oder „Recruiting-Messen“ den Lebensweg zu normieren — Erfahrungen sammeln! Und gegen die Fremdenfeindlichkeit unseres Landes etwas tun durch ein Ehrenamt bei der Asylgruppe von Amnesty.

   | Asylgruppe von Amnesty International
tel 84109065