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NOTIZEN
Binsenweisheit
a politician is an arse upon which
everyone has sat except a man
e. e. cummings
Erfreuliche Aussichten
Im Wintersemester 00/01 studierten insgesamt 133.399 Peoples an den Berliner Unis. 2400 mehr als vor einem Jahr. 121 davon sind neu im Land. Und 4. Darf sich jeder freuen, daß laut Statistischem Landesamt 655 mehr junge Fraune hinzugekommen sind.
Fauenuni ade
Der Frauenanteil an den Studierenden an deutschen Unis ist noch das Normalste, was man(n) über dieses Thema sagen kann. Er beträgt fast die Hälfte aller Studierenden. Doch dann hört die Normalität leider auf. Schon bei den Doktoranden beträgt ihr Anteil nur noch etwa 30 Prozent. Und weiter die Karriereleiter hinauf wird die Luft an deutschen Unis immer dünner für Frauen: nur jede zehnte Professorenstelle ist von einer Frau besetzt. In der höchsten Besoldungsstufe endlich, der C4-Professur, dümpelt der Frauenanteil bei beschämenden 6 Prozent.
Fachhochschüler als Doktoren
Zum ersten mal die Möglichkeit für Fachhochschulstudenten, den Doktor zu machen, eröffnet der Fachbereich Wirtschaft der FH Dortmund mit dem sogenannten Doktoranden Competence Center. Wer als Studierender an einer Fachhochschule promovieren möchte, sollte sich dort über die Zulassungsbedingungen im allgemeinen informieren oder sich das handbuch der Hochschulrektorenkonferenz zu diesem Thema (ISBN 3-87066 -0809-1) mal ansehen.
Deklassierte Handwerker
Die Zeiten, in denen das Bauen Handwerk war, vielleicht noch Kunst, sind endgültig vorbei, erklärt die Zeitung des VDI vom 31. 3. 2001, und läßt sogleich den Chef der Hochtief AG, Herrn Dr.-Ing. ehrenhalber Keitel zu Worte kommen, der meint, wir müßten lernen, daß unsere spezifische Kompetenz im Management liegt, in der Logistik, im Controlling, in der Risikobewältigung, nicht mehr bei der physischen Bauleistung für Routineaufgaben. Meint er mit Management die Logistik scheinselbständiger Lastwagenfahrer? mit Controlling das Lohndrücken beim Handwerks- und Atchitekturnachwuchs? mit Risikobewältigung bessere Polizeikontakte für Termine von Schwarzarbeiterkontrollen? Wir wollen ehrenhalber nicht fragen.
Mehr Knete für die FU
Im vergangenen Jahr konnte die Freie Universität Berlin ihre zusätzlich eingeworbenen Forschungsgelder trotz oder dank sinkender Professorenzahl um 10 Prozent auf fast 130 Millionen Mark erhöhen. Die Einwerbung sogenannter Drittmittel pro Professor ist ein Leistungsmerkmal einer Hochschule. Ein FU-Professor warb demnach durchschnittlich 216 000 Mark ein, mehr als dreimal so viel wie 1989. Während sich das Gesamtvolumen der Drittmittel in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt hat, mußte das aus den Staatszuschüssen finanzierte Personal wegen Einsparungen um ein Drittel abgebaut werden. Tja, nur die Harten kommn in Garten...
Die FU sucht sich ihre Studenten
Erstmals an der FU Berlin wird sich der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften einen Teil der Bewerber in einem Auswahlgespräch selber aussuchen. Durch eine Änderung des Hochschulrahmengesetzes können seit dem Wintersemester 2000/01 die Hochschulen 20 Prozent der Studienplätze in Numerus-Clausus-Fächern selber vergeben. Für das kommende Sommersemester will der Fachbereich aus 80 Bewerbern für den Studiengang BWL 20 auswählen. Entscheidend für den Erfolg sind der Durchschnitt der Abiturnote (40 Prozent), die Motivation und die Eignung für das gewählte Studium und den angestrebten Beruf (50 Prozent) und eine einschlägige Berufsausbildung oder -tätigkeit (10 Prozent).
BDA hat was zu fordern
Diesmal nichts Geringeres als die Abschaffung der ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen). Laut BDA (Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände) hat sich Wettbewerb noch allemal besser für gute Qualität erwiesen als Planwirtschaft, und aus diesem Grunde sollten die Hochschulen selber ihre Bewerber für die einzelnen Studiengänge aussuchen können.
Schon seit dem vergangenen Semester dürfen diese 20 Prozent der Studienplätze direkt besetzen. Allerdings macht nur jede fünfte Hochschule von dieser neuen Freiheit Gebrauch. 83 Prozent delegieren die Vergabe der restlichen Studienplätzen zurück nach Dortmund.
SPD mach uns gesund!
Nach der SPD soll Berlin der Charité und dem Steglitzer Universitätsklinikum Benjamin Franklin 150 Millionen Mark weniger zur Verfügung stellen. Mit dem gesparten Geld sollen neue Studienplätze an den Fachhochschulen aufgebaut werden. Das sehen diese aber anders: Die Forschung würde total zusammenbrechen, Studiengänge wegfallen oder sie könnten nicht aufgebaut werden. Neben den Kürzungen im Forschungsbereich will die große Koalition die Zusammenlegung der Krankenversorgung der beiden Universitätskliniken. Die Krankenkassen sind von den Plänen angetan. Wenn Betten abgebaut werden, profitieren auch sie davon. Ein Kassensprecher sagte, daß zwei Unikliniken nicht notwendig seien: Die Berliner werden auch mit einer Uniklinik bestens versorgt. Soso.
Studis gegen Wasserköpfe
Keine der ungfähr 40 Berliner Studentenunterkünfte hat bisher Internetzugang. Diesen Mißstand zu beheben gedachten einige Studenten des Charlottenburger Studentenwohnheims in der Krummen Straße und gründeten den Verein Chanet e.V., der bei hundert Firmen anfragte, ob sie ihre Idee eines Internetzuganges für die Studenten mit Sach- oder Barspenden unterstützen wollten. Und sie wollten. Schnell kam die Anlage für die 50 Bewohner des Wohnheims zusammen. Doch bislang verwehren die Behörden dem Verein den Status gemeinnützig, ein wichtiges Kriterium für Sponsoren, um Sachspenden steuerlich absetzen zu können. Sollte das Finanzamt nicht bald die Gemeinnützigkeit des Chanet e.V. feststellen, ist dies das Aus für die Studenteninitiative. Die sponsernden Firmen haben ihre Spenden nur unter der Maßgabe geleistet, diese auch steuerlich geltend machen zu können. Ohne Gemeinnützigkeit keine Sponsoren!
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