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| ausgabe 04 |
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STUDENTENPROTESTE IM IRAN
| Pasch. Was in Deutschland bisweilen als Reform gilt, sieht woanders meist doch anders aus.
Anläßlich des Besuches des iranischen Präsidenten und Reformers Khatami auf Einladung der Bundesregierung in Berlin im Juli wurden die Einreisekontrollen für Iraner verschärft und insgesamt 9 Millionen Mark für Sicherheitsmaßnahmen ausgegeben. Berlinern ist der Iran seit der Visite des Schahs 1967 mit Prügelorgien seiner Leibwächter und der Polizei gegen demonstrierende Studenten in böser Erinnerung.
Am 24. Mai demonstrierten Studenten auf dem Campus der Universität Teheran mit einer Kundgebung für Pressefreiheit und gegen eine rückschrittliche Gesellschaftsentwicklung. Eine Gruppe von orthodox-islamistischen Studenten störte durch Sprechchöre die Versammlung und provozierte durch ihr Auftreten ein Klima der Gewalt, das der Polizei erlaubte, einzuschreiten und mehrere Personen zu verhaften. Nachdem in den letzten Jahren Massenproteste in ganz Iran blutig niedergeschlagen wurden, gehörte viel Mut zu dieser Kundgebung. Seit Ende April ist die gesamte Reformpresse verboten, und ein Jahr vorher, im Juni, wurden bei einer massiven Studentenrevolte in Teheran, Tabriz und anderen Städten Hunderte von Studenten verhaftet, viele gefoltert und mehrere der angeblichen Anführer hingerichtet.
Zur Erinnerung: auch unter der Regierung Khatamis wurden im Iran über 300 Menschen hingerichtet, Dutzende von Journalisten, Schriftstellern und Regimekritikern wurden vom Geheimdienst ermordet.
Im Sprachgebrauch der Bundesregierung sind das, freilich, Reformen.
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