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ANTIAUTORITÄR & KÄMPFERISCH
| LW. Zum 1. April verlassen Ishak Moshtaha und Yaşar Karaça den TUSMA-Vorstand.
Beide haben viel bewegt, während sie mit den anderen Vorständen die Geschäfte und die Organisation des größten multikulturellen Studentenvereins in Berlin leiteten. Sie trugen dazu bei, die Türen des Vorstandsbüros wieder zum konstruktiven Dialog für Studierende und Mitarbeiter zu öffnen, die Erneuerung der veralteten EDV einzuleiten und vor allem, den Betrieb aus den roten Zahlen zu holen. Zu ihren Verdiensten gehört es, den rentablen T-SAB-Service gegründet und der TUSMA den Weg zu einer eigenen Zeitung gebahnt zu haben.
YAŞAR, der mit vier Jahren aus dem türkischen Sivas nach Wuppertal kam, dort und in Berlin Technischen Umweltschutz und Biologie studierte und fünf Jahre in der TUSMA-Vermittlung mitarbeitete, bevor er in den Vorstand gewählt wurde, macht sich jetzt mit einer Marketing-Idee selbständig. Ishak kam 1986 aus Palästina nach Berlin, absolvierte hier an der FHTW sein BWL-Studium und war lange Zeit Mitglied der TUSMA, bevor er jetzt zwei Jahre als Vorstand arbeitete. Jetzt hat er die Nase erst einmal voll und will sich viel Zeit für sich und seine Familie nehmen.
Er meint rückblickend: Ich halte die TUSMA studentisch und selbstorganisiert Arbeit an Studenten zu vermitteln für eine gute Idee, die hoffentlich noch lange weiterlebt. Ich habe hier viel gelernt und hoffe, ich konnte der TUSMA das, was sie mir gegeben hat, wieder zurückgeben. Yaşar als Vorstand war die seltene Kombination von Geschäftsmann, Freund und Menschenkenner. Er besaß einen gesunden schwarzen Humor für die interkulturellen Unterschiede und konnte beides: sowohl ohne Autorität führen und selbst bis zum letzten mit anpacken.
ISHAK ist ein Kapitel für sich, Palästinenser, stolz, ein Charakter, dessen Verstand und Hartnäckigkeit die TUSMA stark gemacht haben. Er trat kämpferisch für das Miteinander und die Selbständigkeit der TUSMA ein, er verfocht, daß nicht zu viele Mitarbeiter als Mitglieder den Verein beherrschen oder übermäßige Ausgaben ihn finanziell abhängig machen sollten. Der Einzelne ist nichts organisieren wir uns könnte sein Motto gewesen sein. Als ich im Sekretariat anfing, mußten mein stures und laxes Arbeiten ein offener Affront für ihn gewesen sein. Der kleine Napoleon, wie ich ihn damals böswillig nannte, verpaßte mir denn auch eine wütende Abmahnung wegen Zuspätkommen ... Zeitunglesen und Musikmachen bei der Arbeit heute zählt er zu meinen besten Freunden. Von ihm habe ich gelernt, sich nichts für eine übermäßige Arbeitsleistung zugute zu halten, wenn man sich mit seinen Vorhaben übernommen hat.
Der TUSMA entsteht kein Verlust durch das Gehen der beiden, denn sie haben nie darauf hin gearbeitet, sich unersetzlich oder beliebt zu machen. Es wird aber für ihre Nachfolger schwierig werden, den Vorsprung und den Schwung, den sie der TUSMA gegeben haben, zu halten oder gar zu übertreffen.
Im Namen der gesamten TUSMA-Belegschaft für Yaşar Karaça und Ishak Moshtaha die besten Wünsche auf ihren weiteren Weg!
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