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ausgabe 01
 
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WEIHNACHTEN WIRD SCHÖN

   | Ach, wie eitel ist die Freude, wenn der brummige Knecht Ruprecht gegen die Tür bollert, die Kinder vor Angst unter den Tisch oder vor Vorfreude an die Decke springen und dann die Gaben von diesem roten und bärtigen Transvestiten aus seinem Sack gefischt werden! „Für wen ist denn das hier?! Für den kleinen Michael? Bist du das? Warst du denn auch ganz artig? — Nein??? — Na, hier hast du deine Geschenke trotzdem!“
   TUSMA-Weihnachtsmann zu sein ist etwas ganz Besonderes. Wie lange es diese Berufung in der akademischen Peripherie schon gibt, weiß heute keiner mehr zu sagen, wahrscheinlich so lange wie Weihnachten selbst. Die besten sind die, die es wie die Heilige Kirche selbst verstehen, Mythos und Geschäft am besten miteinander zu verbinden. Es gilt, den Kindern, auch den ungläubigen, heidnischen, fernseh-säkularisierten, den Weihnachtsmann so echt und so liebenswert wie möglich vorzuspielen, und es weder an dem gütigen Lob, noch an dem Appell an die Artigkeit fehlen zu lassen, den sie erwarten und ihre Mamas und die Omas auch.
   Zur Professionalität des wirklichen und wahren Weihnachtsmanns (WWW) gehören preußische Primärtugenden wie gute Termin- und Streckenplanung, Pünktlichkeit und — immer ein paar Bonbons in der Kutte, für unterwegs, wo auch Kinder frei herumlaufen.
   Nicht zum Aushalten professionell wird es aber erst, wenn der Weihnachtsmann bei der einzigen sagenhaften Großdemo der westlichen Welt dabei ist, sprich wenn er am diesjährigen TUSMA-Weihnachtsmann-Umzug ins Rote Rathaus mitmacht und allen Papis und Muttis von Berlin zeigt, wie gut sie daran täten, so einen wie ihn auch bei sich zuhause über den Teppich schlurfen zu lassen.
   „Du, Michael, jetzt hast Du so mehr Geschenke bekommen, als du tragen könntest — und ihr, liebe Verwandte, die ihr Eure Liebe in ein so eifrigen Kauf- und Schenkeifer gar nicht mehr bremsen wolltet ... bedenkt einmal, was am wichtigsten ist heute. Ist nicht viel wichtiger als die ganze Schenkerei, daß ihr als Familie einmal alle zusammen und gesund seid (mach doch endlich mal einer den Fernseher aus!), euch voneinander erzählen, zusammen singen, essen und lachen könnt, wie’s nur an Weihnachten so schön ist? Und was noch toller ist: daß Du, mein kleiner frecher Michael und dein Schwesterchen Anna (das du nicht immer an den Haaren ziehen sollst!) heute abend die Allerwichtigsten seid.“
   Auch ich muß weiter: Fröhliche Weihnachten, ihr Schnapsnasen!